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Veranstaltungs-Tipps
Brasilianische Tanzkunst

Düsseldorf. Beim Festival "Projeto Brasil" werden zeitgenössische Produktionen gezeigt - ganz ohne bunte Folklore- und Samba-Klischees. Von Julia Brabeck

Anlässlich der Olympischen Spiele in Brasilien im August haben sich vier freie Produktionszentren der darstellenden Künste mit dem Tanzhaus NRW in Düsseldorf für ein bundesweites Festival zusammengetan. Unter dem Titel "Projeto Brasil" präsentiert das Festival zeitgenössische künstlerische Perspektiven aus Brasilien. Das Tanzhaus NRW zeigt vom 10. bis 25. Juni Produktionen, die sich mit ökologischen Themen, dem Kolonialerbe, Gemeinschaft, Furcht vor dem Unbekannten, Wandel und Alltagskultur auseinandersetzen.

Eröffnet wird das Festival durch die jüngste Arbeit der Choreografin Lia Rodrigues. Die 60-jährige Künstlerin zählt zu den prägnantesten Künstlerpersönlichkeiten Brasiliens. Mit dem Einsatz von Kaffeepulver, Kreide und dem Gewürz Kurkuma, die sich wie eine zweite Haut auf den Körper legen, verwandelt die Choreografin ihre zehn Tänzer in archaische Charaktere. "For the Sky not to Fall" ist Freitag und Samstag, 10. und 11. Juni, um jeweils 20.30 Uhr im Tanzhaus, Erkrather Straße 30, zu sehen.

Die Choreographie von Marcelo Evelin "Suddenly Everywhere is Black with People" handelt von der Furcht vor dem Unbekannten und der gleichzeitigen Faszination dafür. Zu sehen ist sie Samstag und Sonntag, 11. und 12. Juni, um jeweils 19 Uhr im Tanzhaus.

Die Choreografin, Tänzerin und Schauspielerin Alice Ripoll holt den "Passinho", einen Tanztrend aus Rio de Janeiro, auf die Bühne. Zusammen mit zehn Tänzern aus den Vororten Rios, Experten für diesen Mix aus Break Dance, Samba und Locking sowie Folkloreeinflüssen aus Frevo und Pagode, kreiert sie in "Suave" am Montag, 13. Juni, 11 Uhr sowie Dienstag, 14. Juni, 20 Uhr ein überschwängliches Stück.

Shanawaara, Komponistin und Aktivistin aus São Paulo, ist auf großer "Born A Diva"-Welttour und macht Samstag, 11. Juni, 22 Uhr, Halt im Tanzhaus. Mit verführerischem Lächeln und heißen Küssen singt und rappt sie Samba, Street Dance und Soul zu einem tanzbaren Sound. Eduardo Fukushima zeigt drei seiner erfolgreichen Solostücke. Der Tänzer gilt als Ausnahmetalent. Das Solo "How to Overcome the Great Tiredness?", das in einem Doppelprogramm zusammen mit "Between Retrains" Dienstag, 21. Juni, um 20 Uhr im Tanzhaus gezeigt wird, basiert auf einer ungewöhnlichen Idee: Wie den Zustand der völligen körperlichen Erschöpfung durch immer wiederkehrendes Fallen und einen schnellen, harten Bewegungsduktus überschreiten? Das Solo "Crooked Man", zu sehen Donnerstag, 23. Juni, 20 Uhr, fasziniert durch das permanente Wechselspiel von Schwäche und Stärke, Schwerkraft und Aufrichtung.

Den Abschluss bestreitet Grupo Cena 11. Sie gelten als die Punks der Tanz- und Performanceszene und werden ihrem Ruf durch einen hochenergetischen Stil seit fast 20 Jahren immer noch gerecht. "Monotony of Approach and Fugue for Seven Bodies" ist Freitag, 24. und Samstag, 25. Juni, 20 Uhr im Tanzhaus NRW zu erleben. Ergänzt wird das Festival durch die Ausstellung des bildenden Künstlers und Barfuß-Wanderers Paulo Nazareth. Seine Arbeiten sind unter dem Titel "Mining Histories" vom 11. bis 25. Juni in "TheArtSpace" am Fürstenplatz zu sehen.

Quelle: RP
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