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Düsseldorf
Buch soll Buch bleiben

Düsseldorf. Ist die Digitalisierung eher eine Chance oder eine Bedrohung für die Buchbranche? Dieser Frage widmete sich die Podiumsdiskussion "Sozial, digital, alles egal?", zu der die Zentralbibliothek eingeladen hatte. Eigentlich lautet die Antwort: Sie ist beides. Doch die Autorin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC), Constanze Kurz, machte dazu am Ende eine entscheidende Anmerkung: "Das Verlagswesen sollte darauf achten, keine reine Datenwirtschaft zu werden." Von Saskia Nothofer

Gemeint ist, dass trotz der Möglichkeit, die Gewohnheiten und Vorlieben der digitalen Leserschaft mit Hilfe der Technik zu analysieren, diese Daten nicht dazu genutzt werden sollten, lediglich "das perfekte, auf den Leser geschusterte Buch" zu produzieren. "Autoren könnten dann von den Verlagen unter Druck gesetzt werden", hatte Wibke Ladwig, Buchhändlerin aus Köln, bereits zu Beginn erwähnt. Von kreativem Schreiben könne dann keine Rede mehr sein. Buch sei nicht mehr Buch. Ähnlich sah es auch Autor Jonas Winner: "Während ich ein Buch schreibe, kann ich mit Einflüssen von außen nichts anfangen."

"Wer ist denn aber nun die bedrohte Art unter den Beteiligten?", fragte Moderator Daniel Fiene, Social-Media-Redakteur der RP. Constanze Kurz nannte hier die Verlage, deren Mittlerposition durch die digitalen Möglichkeiten in den Hintergrund rücken könnte. "Es gibt Programme, die die Aufgaben der Verlage übernehmen." So gebe es Technologien zum Übersetzen, zum Korrigieren sowie zum Layouten der Bücher. Auch Buchhändler hätten es nicht leicht, so Ladwig, doch viele Menschen setzten noch auf ihren "Buchhändler des Vertrauens". In diesem Zusammenhang seien allerdings Social Media und Bewertungsportale nicht zu vergessen, sagte Sarah Mirschinka vom Lübbe Verlag. "Nicht mehr der Buchhändler, sondern Empfehlungen und Bewertungen, die online geteilt werden, haben Priorität."

Die Digitalisierung bringt einen Wandel mit sich, an den sich alle Akteure anpassen müssen - darin waren sich alle einig. "Bleibt wie ihr seid, aber verändert euch", appellierte Harald Pilzer, Vorsitzender des Verbands der Bibliotheken in NRW, am Ende der Debatte.

Quelle: RP
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