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Düsseldorf
Bürger bringen Ideen zur Kulturentwicklung ein

Düsseldorf. Der Freundeskreis Theatermuseum lud zu einem Bürgerforum, in dem Interessierte Ziele auch fürs eigene Haus erarbeiteten. Von Nicole Scharfetter

Für viele Kulturschaffende ist das Theatermuseum eine Art Heimat, ein Ort, an dem sie die ersten Erfahrungen auf der Bühne sammeln konnten oder an dem sie zum ersten Mal im Publikum saßen und Zugang zum Theater fanden. "Wir sind sozusagen das Kultur-Start-up, das sich um Nachwuchs kümmert, von dem auch andere Einrichtungen profitieren", sagt Adelaide Dechow, Vorsitzende des Freundeskreises Theatermuseum, die Interessierte aus der Stadt einlud, damit auch die Ideen und Anliegen der Bürger im Kulturentwicklungsplan berücksichtigt werden.

Thematisiert wurden die Inhalte schon bei ähnlichen Vorgänger-Veranstaltungen, im Malkasten vor zwei Wochen zum Beispiel. Klärungsbedarf gibt es aber nach wie vor, und so nahm sich Marc Grandmontagne, stellvertretender KEP-Projektleiter, viel Zeit, das Vorgehen beim Kulturentwicklungsplan noch mal ausführlich zu bewerben. "Wir wollen Transparenz schaffen, wir müssen uns fragen, wer welche Mittel bekommt und ob ein gefördertes Haus überhaupt noch öffentliche Beiträge erhalten soll", sagt er. Grandmontagne erwartet aber auch die Bereitschaft der Bürger und der Wirtschaft, die Stadt als Förderer zu entlasten. "Wir brauchen Verantwortungsgemeinschaften", sagt der Planer. Und genau diese Bereitschaft zur Kooperation wurde beim Bürgerforum dann auch gleich von Adelaide Dechow und Marc Grandmontagne eingefordert. In Arbeitsgruppen sollten die Bürger Fragen zur Zukunft des Theatermuseums beantworten - Stärken und Schwächen des Hauses herausarbeiten und sich Gedanken über den Nutzen des Museums für andere Einrichtungen machen. "Die Betroffenheit wegen einer möglichen Schließung war groß", erinnert sich Dechow. "Jetzt spüren wir eine Aufbruchstimmung, es wird einen Neuanfang in einem anderen Gebäude geben, jemand brachte das Dumont-Lindemann-Archiv ins Spiel", sagt sie. Über gemeinschaftliche Projekte zwischen klassischem und interaktivem Museumsbereich wird nachgedacht. "Es gibt ganz aktive Akteure hier, die noch nie in der Ausstellung im zweiten Stock waren", sagt Dechow. "Das soll sich ändern."

Alte und junge Akteure haben in den Workshops zusammengearbeitet, die vorher noch nie in Kontakt gekommen waren, wie der "Play it again"-Jugendclub und die Theatergruppe Karawane. Ihnen war bisher immer nur die Bühne gemein, die übrigens auch weiterhin wichtiger Bestandteil des Theatermuseums sein soll, versicherte Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, der ebenfalls zum Bürgerforum gekommen war. Deswegen habe man von der Idee, ins Filmmuseum an der Schulstraße zu ziehen, wieder Abstand genommen. Weil die Bühne dort nicht reingepasst hätte. "Sie bietet aber vielen Gruppen Platz. Bisher steht noch nicht fest, ob das Hofgärtnerhäuschen verkauft wird. Wenn ja, wird die Bühne woanders wieder aufgebaut", sagt er. In jedem Fall soll das Theatermuseum nicht geschlossen werden, verspricht der Kulturdezernent. Die Bühne als Heimat - "dazu wollen wir mal einen Film machen", sagt Adelaide Dechow, die weitere solcher Brainstorming-Treffen plant.

Quelle: RP
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