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Gastro-Tipp
Bunte Küche aus der Karibik

Düsseldorf. Curry, Kokosmilch und Kochbananen: Das Lokal Le Creol an der Grafenberger Allee bietet exotische Speisen der karibischen Küche an. Von Holger Lodahl

Die Karibik umfasst eine Inselregion im westlichen Atlantik. Die Bahamas gehören zur Karibik ebenso wie im weitesten Sinne Kuba, Jamaika, Haiti und zahlreiche weitere Inseln. Gemeinsam haben sie unendlich schöne Strände und ewige Sonne - jedenfalls in den Sehnsuchtsvorstellungen der fröstelnden Europäer. Wer sich diese Träume bestätigen lassen möchte, muss mit dem Flugzeug den Atlantik überqueren. Aber seit Kurzem hat die Karibik eine kleine Dependance in Düsseldorf: das Lokal Le Creol, in dem die Gäste immerhin einige kulinarische Spezialitäten der Karibik probieren können.

Inhaberin Elizaneda Gerner erklärt den Namen Le Creol: "Kreolen sind die Nachkommen jener Menschen, die als Sklaven aus Afrika nach Amerika verschleppt wurden." In den einst kolonialen Ländern vermischten sich die Sprachen ebenso wie die Bevölkerung und auch die Küche, von der es eine Auswahl im Le Creol gibt.

Eine Seite reicht für die Mittagskarte aus, um Gerichte mit Fleisch, Fisch, Geflügel, Desserts und Salaten anzubieten. Beim Mittagstisch steht zum Beispiel ein Curry-Hähnchen mit Kokosmilch, Ingwer und Naturreis (zehn Euro) zur Wahl. Klingt kaum exotisch, der Geschmack aber überrascht. Durch den ungewöhnlichen Einsatz mehrerer Kräuter und Gewürze unterscheidet sich das Gericht erheblich von dem europäisierten Curryhuhn. "Kräuter waren und sind die wichtigsten Zutaten, um Abwechslung und Geschmack auf den Speiseplan der Karibik zu bekommen", sagt Gerner, die bei der Bestellung vorsichtshalber fragt, ob die Gäste es etwas schärfer gewürzt mögen. Wer eine empfindliche Zunge hat, sollte zurückhaltender sein. Mutige Gäste werden mit einer guten Würze von Soße und Fleisch belohnt.

Oder lieber etwas Vegetarisches? Einen kreolischen Teller gibt es (frittierte Kochbananen, Süßkartoffeln und Salat) und zwei Curry-Gerichte (jeweils zehn Euro). Oder man überlässt es der Chefin, spontan etwas zusammenzustellen.

Auch beim Fisch dominiert Curry. Der Buntbarsch wird kombiniert mit dieser Gewürzmischung sowie mit Kokosmilch, Ingwer, Knoblauch und Naturreis (11,50 Euro) - und auch an dieser Stelle gilt, sich nicht zu sehr auf europäische Gewohnheiten zu verlassen. Wie es Elizaneda Gerner schafft, jedem Gericht eine individuelle, exotische Note zu verleihen, bleibt ihr Geheimnis - wenngleich ihr bei der Arbeit zugeschaut werden kann. Die Küche ist offen, die große Durchreiche ist verkleidet mit einer großen Holzklappe, wie bei einem Bauwagen oder einem Foodtruck.

Das Le Creol hat neun Tische mit je zwei Plätzen - kombinierbar für Gruppen. Die braunen Tische sind bedeckt mit Bast-Deckchen, die Bänke sind mit weinrotem Leder bezogen, im Schaufenster steht Kunsthandwerk. Das alles wirkt gut ausgewählt, ohne überbordend zu sein. Auch wohltuend ist, dass aus den Lautsprechern eine leise karibische Musik erklingt, deren Melodien von der Chefin aus der Küche heraus gern mitgeträllert werden.

Als Desserts (je 3,50 Euro) gibt es Pudding, Cocoloco Kokosbällchen und Maiskuchen und Maracujasoße. Was mag besser sein als süßer Abschluss für die scharfen Speisen? "Es ist alles so lecker, ich kombiniere etwas für Sie", sagt Gerner mit einem Lachen. Sie kocht und serviert selbst. Und auch, wenn sie bei gut besetzten Tischen zuweilen etwas in Hektik gerät, bleibt sie gut gelaunt. Oft serviert sie die Gerichte mit den Worten "Mit viel Liebe!", und mit einem großen Lächeln sowieso.

Quelle: RP
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