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Gastro-Tipp
Frühstücken im Szeneviertel

Café A.nni Düsseldorf: Frühstücken im Szeneviertel
Im Café Anni bereitet Inhaberin Anne Benner viele Speisen selbst zu. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Wer in Düsseldorfs hippem Stadtteil Flingern frühstücken will, findet eine große Auswahl an Cafés. Die unterscheiden sich in Preis und Qualität. Von H. Lodahl und H. Rasche

Café A.nni: Seit Mai betreibt Anne Benner ihr kleines Café an der Platanenstraße. Benners Ziel ist so schlicht wie charmant: "Ich möchte meine Gäste mit gutem Essen glücklich machen." Für dieses Ziel verlässt sie sich weniger auf Lieferanten, sondern produziert viele Speisen selbst: Kuchen backt sie mehrfach pro Woche und auch das Brot stammt aus eigener Herstellung. Benners Mühe lohnt sich: Kuchen und Brot sind köstlich - aber vielen Gästen dürfte das Gefühl ebenso wichtig sein, etwas Hausgemachtes der Wirtin zu bekommen.

Zum Frühstück gibt es ein Büffet zum Selbstholen: Platten mit Käse und Wurst, Nudelsalate, Obst und selbstverständlich dem frischen Brot (12,50 Euro) - alles schön angerichtet und appetitlich. Die zweite Frühstück-Variante ist die Bestellung per Kreuz. Auf einer langen Liste markiert der Gast, was er gern hätte und kann jederzeit nachordern (ab zwei Euro). Tipp: das mit Tofu, Grünzeug und Creme belegte Brot - super. Am Sonntagnachmittag tauscht Anne Benner das Büfett gegen die Kuchenplatten.

Pfirsich-Quark-Kuchen, Mohn-Käsekuchen und eine Schokotarte? Die Wahl dürfte schwer fallen. Eine Möglichkeit: Alle Kuchen probieren. Kalorien werden nur werktags gezählt.

Café Hüftgold: Längst ist es eine Institution, das mehrgeschossige Café an der Ackerstraße. Über zwei Eingänge kommen Gäste hinein, die Abteile sind nur durch die Theke miteinander verbunden. In beiden Bereichen serviert das Team allerdings das gleiche.

Vor allem für seine Kuchen ist das Hüftgold bekannt, doch auch zum Frühstücken lohnt sich ein Besuch. Frisches Birchermüsli im Cocktailglas etwa kostet 3,50 Euro. Die kleine Küchencrew um Inhaberin Patricia Leonhardt bereitet es nach traditionellem Rezept zu - eine Seltenheit. Mit geriebenen Äpfeln, einer Spur Honig, Nüssen, Mandeln und Joghurt wird man satt. Den wirklich guten Kaffee gibt es schon für 1,80 Euro. In dieser Qualität sucht man den sonst vergebens.

Die Croissants (1,10 Euro) sind frisch gebacken, sehen wegen der hellen Farbe allerdings leicht unfertig aus. Doch beim Hineinbeißen blättert die Kruste wie bestellt ab. Auch mit der selbst hergestellten Marmelade ist das ein Genuss. Schön ist auch die Theke im oberen Geschoss. Von dort lässt sich prima das Viertel beobachten oder eine Zeitung lesen.

Oma Erika: Eine ganze Ecke weiter lässt die Qualität des Frühstücks nicht nach. Wer im Café Oma Erika allerdings ein Müsli mit Früchten und Joghurt bestellt, zahlt schon 5,60 Euro. Dafür erhält man aber auch eine Portion, die für den Tag sättigt. Klein geschnittene Erdbeeren, Weintrauben, Bananen, Äpfel, ein paar Nüsse und etwas Honig bieten ein rundes Geschmackserlebnis und einen guten Start in den Tag. Das Croissant (2,30 Euro) ist knackig frisch und lecker, etwas gebräunter als an der Ackerstraße. Der Kaffee (2,10 Euro) ist in Ordnung, kommt aber nicht an den Geschmack im Café Hüftgold heran.

Auch Herzhaftes wie Bagel steht auf der Karte. Ein etwas größeres Manko bei Oma Erika sind die Öffnungszeiten. Unter der Woche sperren Inhaber Tomas Jung und Ulrich Müller erst um 9 Uhr auf - für Berufstätige etwas zu spät. Am Wochenende können Gäste ausschlafen, da geht es an der Hermannstraße erst um 10 Uhr los. Das Ambiente bei "Oma Erika Colonialwaren 1925" entspricht dem typischen Flair des hippen Flingerns. Ältere schwere Holzstühle und Tische, ein paar hübsche Blümchen und farbige Porzellanschüsseln sorgen für ausreichend Gemütlichkeit.

Quelle: RP
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