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Veranstaltungs-Tipps
"Caveman" feiert Bühnenjubiläum

Düsseldorf. Frauen und Männer passen nicht zusammen, sagt Rob Beckers. Der Erfolg seiner Bühnenfigur gibt ihm Recht. Von Birgit Wanninger

Da steht er nun einsam auf der Bühne, mit einem Bademantel, Schlabberhose und Socken bekleidet, eine Gipsskulptur in der einen Hand, in der anderen einen blauen Müllbeutel. Tom ist gerade von seiner Frau Heike rausgeschmissen worden. Er versteht die Welt nicht mehr. Doch dann hat er die Lösung: Männer sind anders als Frauen. Eine ganz neue Weisheit, mit der der Schauspieler und Kabarettist Kristian Bader sein Publikum fast zwei Stunden amüsiert - und das seit 15 Jahren. Bader ist einer von acht modernen Höhlenmenschen. Einer davon kommt regelmäßig für eine Woche nach Düsseldorf. Diesmal ist es Holger Dexne, der auf der Bühne im Club des Capitol Theaters philosophiert.

Eigentlich heißt der Höhlenmensch Caveman, stammt aus der Feder des Amerikaners Rob Beckers und ist ein Ein-Mann-Stück. In New York wurde es eines der erfolgreichsten Solo-Stücke am Broadway. 1997 setzte der US-Caveman seinen Siegeszug fort. Er ging auf Tournee und brach sämtliche Rekorde. Seit 15 Jahren tourt der moderne Neandertaler auch durch Deutschland, und zwar ebenfalls mit Erfolg. Allein in Düsseldorf im kleinen Club des Capitol Theaters haben den Jäger, der ohne seine Sammlerin doch nicht auskommen kann, inzwischen mehr als 150.000 Zuschauer in rund 400 Vorstellungen gesehen. Und sie sind begeistert. Viele von ihnen kommen immer wieder.

Da grübelt der Caveman nun über den kleinen Unterschied und seine großen alltäglichen Folgen. Er weiß viel über die beiden Geschlechter: Frauen können bekanntlich mehrere Dinge gleichzeitig. Männer nur eine Sache nach der anderen. Frauen reden unentwegt. Logisch, ihnen stehen täglich 6000 bis 7000 Wörter zur Verfügung. Männer dagegen begnügen sich mit gerade mal 2000 Worten pro Tag, danach sind sie erschöpft. Macht das den Unterschied zwischen Mann und Frau aus? Dies ist nur eine der vielen Fragen, mit denen sich der Höhlenmensch des 21. Jahrhunderts beschäftigt. Und er gelangt auch noch zu weiteren, wahren, weitsichtigen Erkenntnissen. Er denkt nach, kann aber aus seiner (männlichen Sicht) immer noch nicht den Unterschied zwischen creme- und champagnerfarben erklären. Dafür weiß er andere kluge Dinge. Zum Beispiel, warum Männer das Autoradio ausschalten, wenn sie sich verfahren haben (weil sie sich sonst nicht konzentrieren können). Und warum lesen Männer Zeitung auf dem Klo? Weil sie dort endlich einmal Ruhe vor ihrer ständig redenden Frau haben und Zeitung lesen können. Warum lassen Männer ihre Klamotten dort liegen, wo sie sie ausziehen? Warum suchen sie ständig nach ihren Sachen? Und warum findet ausgerechnet die bessere (weibliche) Hälfte diese Dinge? Fragen über Fragen, auf die der moderne Höhlenmensch Antworten weiß.

Das Solostück ist immer wieder aufs Neue spannend und amüsant. Denn in den vergangenen 15 Jahren hat sich die Welt erneut verändert. Frauen und Männer lernten sich damals statt über Smartphone noch an der Supermarktkasse kennen. Schriftliche Zuneigungsbekundungen durften noch mehr als 140 Zeichen haben.

Hinreißend komisch - inszeniert in der deutschen Fassung von Esther Schweins - agiert der Caveman zwei Stunden mit Witz und Humor, selbstironisch, aber auch die Klischeekeule schwingend. Jeder bekommt sein Fett weg. Denn der Caveman ist ein moderner Till Eulenspiegel aus der Steinzeit.

Der Wiedererkennungswert ist übrigens garantiert. Ein Stück für frisch Verliebte, ältere Ehepaare, aber auch für die besten Freundinnen oder die guten Kumpel.

Quelle: RP
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