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Düsseldorf
Cees Nooteboom schwärmt für Zurbarán

Düsseldorf. Für Cees Nooteboom sind die Bilder Francisco di Zurbaráns wie Personen: Er besucht sie zu Hause in ihrer "natürlichen" Umgebung, sucht das Gespräch mit ihnen, folgt ihnen zu Ausstellungen nach New York, London, Paris und jetzt nach Düsseldorf, wo sie bis 31. Januar im Kunstpalast zu sehen sind. Die Liebe des holländischen Autors zu den Gemälden des spanischen Malers aus dem 17. Jahrhundert war das Thema einer Veranstaltung, zu der die Literaturhandlung Müller & Böhm gemeinsam mit dem Kunstpalast eingeladen hat.

Nooteboom versucht seit Jahrzehnten, seine Faszination durch Zurbaráns Bilder schreibend zu ergründen. Eigentlich wollte er seinen Beitrag aus dem Buch "Zurbarán. Ausgewählte Gemälde 1625-1664" vorstellen; aber er entschied sich anders, weil der Essay sich auf die Schau in London beziehe. Stattdessen las er Reflexionen aus dem Jahr 1980. Gemeinsam ist beiden Texten der Versuch, sich den Gemälden anzunähern und der Faszination, die sie auf Nooteboom ausüben. Sicherlich spielt eine Rolle, dass er bei Mönchen aufgewachsen ist: Personen, die Zurbarán oft gemalt hat.

Bei diesen Annäherungen schwärmt der Autor davon, wie der Barockkünstler mit Stoffen umgegangen ist: wie genau und plastisch er sie gemalt hat, wie faszinierend die luxuriösen Kleider von Heiligen. Bilder, die nicht in unsere laute Gegenwart zu passen scheinen. So nähert sich Nooteboom der Kunst immer wieder in Details an oder taucht in ganzen Szenen ein, sagte er im Gespräch mit Kurator Beat Wismer. Sein Publikum ließ sich anstecken. Großer Applaus am Ende.

(schm)
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