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Veranstaltungs-Tipps
Das Kino der jungen Republik

Düsseldorf. Mit sieben Filmen aus dem Jahr 1957 spürt das Kino Black Box dem deutschen Film in den Wirtschaftswunderjahren nach. Von Julia Brabeck

Den Dezember über zeigt die Black Box, das Kino im Filmmuseum, Schulstraße 4, unter dem Motto "Geliebt und verdrängt - Das Kino der jungen BRD" sieben Filme aus dem Jahr 1957. Diese sollen eine Momentaufnahme über Gesellschaft und (Film-)Kultur der jungen Bundesrepublik geben. Entgegen gängiger Ansichten und Urteile, das Kino wäre damals seicht, belanglos und nicht gesellschaftskritisch gewesen, zeigen die Filme die Vielfältigkeit, Konfliktfreudigkeit und Lebendigkeit dieser Epoche. Konzipiert wurde die Reihe, vom Filmkritiker Olaf Möller.

Maya Drei junge Leute drehen einen Film. Als die Schauspielerin Maya nach einem Streit verschwindet, sucht Kameramann Stefan nach ihr. An allen aufgesuchten Orten werden kurze Avantgardefilme des "deutschen Filmnachwuchses" vorgestellt. Der Film von Franz Schömbs ist am Samstag, 3. Dezember, um 21 Uhr und Sonntag, 18. Dezember, um 17 Uhr zu sehen.

Jonas ist ein deutscher Avantgardefilm des Psychiaters und Filmautors Ottomar Domnick. Er handelt von einem vereinsamten Durchschnittsbürger, der voller Angst und belastet durch eine alte Kriegsschuld in der modernen Stadt umherirrt. Zu sehen am Sonntag, 4. Dezember, um 12.30 Uhr und Mittwoch, 21. Dezember, um 20 Uhr.

Der gläserne Turm In diesem Werk gibt eine Dame aus besten Verhältnissen unter Hypnose ihr Leben zu Protokoll. Was da aufsteigt aus dem Verdrängten, wirft kein schönes Licht auf das Dasein der Macherschicht des Landes. Das Werk von Harald Braun wird am Sonntag, 4. Dezember, um 14.30 Uhr und am Freitag, 23. Dezember, um 19 Uhr vorgestellt.

Rose Bernd ist ein deutscher Spielfilm nach Gerhart Hauptmanns Bühnenstück. Die Hauptrolle der Dienstmagd Rose Bernd, die sich auf ein Verhältnis mit ihrem verheirateten Arbeitgeber einlässt und schwanger wird, ist mit Maria Schell besetzt. Der Film wird am Mittwoch, 7. Dezember, um 20 Uhr und Freitag, 23. Dezember, um 21 Uhr gezeigt.

Banktresor von Werner Klingler, mit Martin Held, Hardy Krüger und Nadja Tiller zeigt, dass in den Nachkriegsjahren nicht alle an dem versprochenen Wohlstand teilhatten. Herbert, der in Kriegsgefangenschaft war, findet keine Arbeit und nimmt die Dinge selbst in die Hand. Vorstellungen sind am Sonntag, 11. Dezember, um 14.30 Uhr und Mittwoch, 28. Dezember, um 20 Uhr.

Monpti In dem Film von Helmut Käutner, mit Romy Schneider und Horst Buchholz verliebt sich ein junger Ungar in Paris in eine einheimische Schöne. Dass dieses Glück nicht lange halten wird, macht ein zweites, von Verdruss gezeichnetes Paar klar, welches immer wieder im Hintergrund durch die Szenen geistert. Zu sehen am Sonntag, 11. Dezember, um 16.30 Uhr und Freitag, 30. Dezember, um 19 Uhr.

Anders als du und ich Der 17-jährige Klaus wird von seinem Schulfreund in homosexuelle Kreise eingeführt. Seine Mutter versucht mittels der hübschen Gerda, ihren Sohn wieder "auf die rechte Bahn zu bringen". Der Film wurde seinerzeit zunächst nicht freigegeben, da das sittliche Empfinden des Volkes Homosexualität verurteile. Gezeigt wird er am Mittwoch, 14. Dezember, um 20 Uhr sowie am Freitag, 30. Dezember, um 21 Uhr.

Quelle: RP
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