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Regina-Spektor-Konzert in Düsseldorf
Den Obamas gefällt das

Regina-Spektor-Konzert in Düsseldorf: Den Obamas gefällt das
Die Pianistin und Sängerin Regina Spektor tritt am Freitag in Düsseldorf auf. FOTO: dpa
Düsseldorf. Die Sängerin Regina Spektor ist am Freitag beim New-Fall-Festival zu Gast. Große Auftritte ist sie gewohnt: Zweimal schon spielte sie auf Einladung des US-Präsidenten. Nach Düsseldorf hat die New Yorkerin mal einen Song benannt. Von Klas Libuda

Sie hätte hier ein Herbert Grönemeyer werden können: Regina Spektor, 36, geboren in Moskau, aufgewachsen in New York, Hymnenschreiberin für Düsseldorf, Lokalheldin von Oberkassel bis Hubbelrath.

Das wär's gewesen. Aber sie entschied sich für die Weltkarriere.

Was viele nämlich nicht wissen, außer den Indiepop-Strebern mit den Segelohren: Regina Spektor hat einmal einen Song gemacht, einen wie "Bochum" von Grönemeyer, nur ihrer hieß "Düsseldorf". Zum Riesenhit wurde das Lied allerdings nie, die Chance hat sie verschenkt, weil es nicht mal auf einem regulären Album erschien, sondern als Bonus auf einer "Deluxe Edition" ihres zehn Jahre alten Albums "Begin To Hope". Das ist so lange her, dass sich die Sängerin selbst gar nicht mehr so ganz genau erinnert. Es gibt einen Moment unangenehmer Stille, als man sie auf "Düsseldorf" anspricht, eine Sekunde, die minutenlang vergeht. Dann kichert sie, ach ja, ach ja, die alte Nummer. "Danke für die Erinnerung." Vielleicht studiere sie den Song bis Freitag noch ein.

Dann nämlich spielt Regina Spektor in Düsseldorf im Congress Center, sie steht auf den Plakaten zum New-Fall-Festival direkt unter der Band Wilco, Regina Spektor ist schon eine große Sache. Sie hat in 15 Jahren sieben Alben produziert, kürzlich erschien ihr neustes, "Remember Us To Life". Sie spielt darauf immer noch Musik zum freihändigen Fahrradfahren, einen ziemlich originellen Indiepop-Entwurf nämlich, vom Klavier getragen und natürlich von ihrem Gesang, einer glockenklaren Stimme, die sie meist so passgenau zur Rhythmusgruppe arrangiert, als legiere man Silber mit Gold. Das ist ihr eines Markenzeichen, das andere ist der rote Lippenstift, den sie wirklich immer trägt, auf den Konzerten, auf den Plattencovern, auf den Fotos, die man von der US-Amerikanerin findet. Sie muss ganz sicher hunderte davon verbrauchen. Regina Spektor sagt: "Ein oder zwei pro Jahr. Ich trage den Lippenstift nur auf der Bühne und zuletzt habe ich nicht viele Konzerte gespielt."

Ihr gefalle die Idee, zwischen Öffentlichem und Privatem zu unterscheiden, sagt sie. "Du trägst den Lippenstift auf und lässt die Show beginnen."

Regina Spektor ist in Russland geboren und als Tochter jüdischer Eltern mit neun Jahren in die USA eingewandert. Sie hatten den Antisemitismus in der alten Heimat satt. Seitdem lebt die heute 36-Jährige in New York, sie ist seit fünf Jahren mit dem Musiker Jack Dishel verheiratet, die beiden haben einen zweijährigen Sohn. In den USA ist Spektor ein Popstar, viele ihrer Platten landeten dort in den Top Ten, in Deutschland reichte es bislang nur fürs hintere Mittelfeld. Wer darum meint, noch nie etwas von ihr gehört zu haben, irrt sicherlich. Denn die Musikerin produziert nicht nur Platten, sondern auch im Auftrag: Sie hat Songs für Filme wie "500 Days of Summer" und "Die Chroniken von Narnia" beigesteuert, und wer die Erfolgsserie "Orange Is The New Black" gesehen hat, hörte ihren Titelsong zum Start jeder Folge. Den Vorspann dürfe man aber auch vorspulen, wenn man schneller zur Sache kommen möchte, sagt sie. Das könne sie gut verstehen.

Anhänger hat Spektor nicht nur in der Filmbranche, sondern auch in der Politik. US-Präsident Barack Obama nebst Gattin Michelle sind Fans, zweimal luden sie Regina Spektor ein, einmal nach Washington, einmal zu einem Gastspiel in New York. Ins Weiße Haus brachte Spektor ihre Eltern mit. Erst gab es eine Führung und dann ihr Konzert, "Das war für uns ein sehr besonderer Tag", sagt sie. Es ist eine Erzählung vom amerikanischen Traum.

Natürlich ist sie mittlerweile total angekommen, zur Präsidentschaftskandidatin Clinton sagt sie "Hillary", zu Donald Trump aber Donald Trump. Für Clinton würde sie wieder im Weißen Haus spielen, für Trump nicht. Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie die Demokratin unterstützt. Sie habe ihre Stimme bereits abgegeben, weil sie zur Wahl auf Tournee sei. Darum noch mal zurück zum Song "Düsseldorf": Warum eigentlich Düsseldorf, und was ist jetzt, wird sie den spielen oder nicht? Über Songinhalte spreche sie nicht gerne. Tatsächlich handeln auch nur zwei Zeilen von der Stadt. Sie habe viele neue Songs, die sie noch einstudieren muss, sagt sie, aber: "Ich versuch's."

Quelle: RP
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