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Düsseldorf
"Der Geranienmann" - makabrer Gentechnik-Krimi aus Düsseldorf

Düsseldorf. Wissenschaftsjournalist Rainer Kurlemann hat einen Düsseldorf-Krimi geschrieben, in dem Gen-Techniker aus Gier Grenzen überschreiten. Von Dorothee Krings

Plötzlich steht da mitten in der Nacht dieses Schaf auf der Straße und leuchtet. Leuchtet wie eine Laterne. Als habe das Tier Phosphor verschluckt und der strahle nun aus jeder Zelle seines Körpers.

Nur weil Heinz Schuttner an diesem Abend in seiner Stammkneipe im beschaulichen Düsseldorfer Stadtteil Hamm schon ganz schön gepichelt hat, geht er der Sache nicht nach. Er hält das Tier für eine Erscheinung, eine Täuschung seiner benebelten Sinne. Und am nächsten Morgen ist das leuchtende Wollwesen nicht mehr da.

Rainer Kurlemann ist promovierter Chemiker, Wissenschaftsjournalist und Autor dieser Zeitung. Nun hat der Düsseldorfer seinen ersten Roman verfasst: "Der Geranienmann", und der Autor nutzt seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse und seine Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Debatten etwa auf dem Gebiet der Gen-Technik, um einen Krimi zu entwickeln, der seine Spannung auch aus ethischen Fragen bezieht. Darf man Tiere zum Leuchten bringen - nur zum Spaß, weil man es kann? Und sollte der Mensch sein Wissen aus der Genetik und seinen Zugriff auf leistungsfähige Rechner nutzen, um vorherzusagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit jemand an Krebs erkrankt oder dick wird oder intelligente Kinder bekommt?

Die Hauptfiguren in Kurlemanns Roman beantworten diese Fragen mit Ja - und verdienen ziemlich viel Geld damit. Sie nutzen ihr Wissen, um in die Zukunft von Menschen zu blicken, auch wenn sie nur mit statistischen Wahrscheinlichkeiten hantieren können, und sie lassen sich ihre prognostischen Fähigkeiten fürstlich bezahlen. Doch sie machen einen Fehler: Sie bedenken zu wenig, welche Wirkung ihre Vorhersagen für die Betroffenen haben - jedenfalls sterben auf einmal Menschen in der Stadt. Und die Leichen, die man findet, haben keine Köpfe.

"Der Geranienmann" ist ein makabrer Thriller - und ein Regional-Krimi mit reizvollen Spielorten. Einer der zentralen Schauplätze ist ein fiktives Labor im achten Stock des Wilhelm-Marx-Hauses an der Heinrich-Heine-Allee. Gleich hinter der riesigen Uhr in der Fassade jagt der Biologe Johannes Wittjer DNA-Proben durch seine Rechner, und gegen Ende bekommt die Uhr einen gruseligen Auftritt. Doch da haben sich die Ereignisse schon überschlagen, ein Genetiker hat Anlass, über sein Tun nachzudenken. Allerdings setzt Reue Einsicht voraus. Im "Geranienmann" ist es damit nicht weit her, in der schöne neuen Welt lässt sich einfach zu viel Geld verdienen.

Quelle: RP
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