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Veranstaltungs-Tipps
Design-Ikonen aus Kunststoff

Düsseldorf. Das Düsseldorfer Kunststoff Museum zeigt im Forum NRW eine Wanderausstellung. Zu sehen sind Objekte mit Kultstatus wie das rote Bobby Car. Von Julia Brabeck

Das Deutsche Kunststoff-Museum in Düsseldorf ist kein herkömmliches Museum, denn es besitzt kein festes Haus. Dafür hat es ein virtuelles Museum eingerichtet, in dem über 7.000 Objekte aus der 15.000 Gegenstände umfassenden Sammlung betrachtet werden können. Zudem zeigt das Museum, das von einem Verein getragen wird, immer wieder Wanderausstellungen an verschiedenen Orten in ganz Deutschland. Zum 30. Gründungsjubiläum des Vereins wird jetzt die Dritte dieser Ausstellungen im NRW Forum unter dem Titel "Plastic Icons - Design-Ikonen aus Kunststoff" bis zum 26. Mai präsentiert.

Vorgestellt werden Design-Highlights aus mehr als 80 Jahren, die alle gemeinsam haben, dass sie ohne die Verwendung von Kunststoff nicht möglich wären. Die Gebrauchsgegenstände spiegeln Alltagsgeschichten ebenso wie die technische Entwicklung der Kunststoffe wieder. Dabei werden berühmte Design-Objekte aus dem Bereich des privaten Konsums ihren Vorgängern und Nachfolgern gegenüber gestellt. So wird der Freischwinger-Stuhl Panton aus dem Jahr 1956 bis heute im gleichen Design, wenn auch mit verbesserten Materialien, produziert, wurde immer wieder nachgeahmt oder von anderen Firmen weiterentwickelt.

Gezeigt werden auf 250 Quadratmetern rund 130 Ausstellungsstücke, die in neun Bereiche nach menschlichen Tätigkeiten eingeteilt wurden. Dazu gehören Sitzen, Fahren, Hören, Sehen, Sprechen, Schreiben, Trocknen, Essen und Anziehen. Entwürfe renommierter Designer wie Ettore Sottsass oder Luigi Colani stehen dabei neben anonymen Arbeiten und Werksentwürfen. Texte, Bilder und kleine Filme begleiten die Exponate und erzählen deren teils kuriose Geschichten.

Ein Design-Klassiker ist beispielsweise das rote Bobby Car aus Polyethylen vom Anfang der 1970er Jahre, das 19 Millionen Mal produziert wurde und dem zahlreiche "Rutschautos" der verschiedensten Automarken folgten. In fast keinem Buch über Design-Klassiker fehlt auch die portable rote Schreibmaschine "Valentine" aus dem Jahr 1969, ein Paradebeispiel dafür, wie ein "nützliches Gerät" zum Lifestyle Produkt wurde.

Nicht durchgesetzt hat sich hingegen ein Hemd aus einem Polyamidgemisch aus dem Jahr 1964, das damals als modische und textile Sensation gefeiert wurde. Denn der Waschvorgang wurde auf ein kurzes Durchspülen im warmen Wasser reduziert, das Bügeln entfiel komplett. Das Tragen allerdings war geruchsintensiv und wenig bequem.

Dass Design-Objekte auch dramatische Zeugen der Zeitgeschichte sind, zeigt der berühmt-berüchtigte Volksempfänger aus dem ersten vollsynthetischen Kunststoff Bakelit von 1933, der auch das älteste Ausstellungsstück ist. Die Typenbezeichnung mit der Zahl 301 verweist auf den 30.01.1933, das Datum der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Deutschland.

Das neueste Objekt ist ein preisgekrönter Mountainbike-Rahmen aus Kunststoff, der mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde.

Quelle: RP
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