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Düsseldorf
Die berühmteste Orgel der Stadt hat jetzt mehr Wucht

Düsseldorf. Nach dem Umbau des Instruments durch eine Firma aus Kevelaer beginnt die Reihe der "Sommerlichen Orgelkonzerte" in der Neanderkirche am 6. Juli. Von Wolfram Goertz

Die Frage, welche die beste Orgel der Stadt ist, werden auch die Fachleute nicht auf Anhieb einstimmig beantworten können - es gibt ja so viele schöne Instrumente in der Landeshauptstadt. Berühmtheit aber ist eine andere Kategorie, und hier werden sich die Kenner vermutlich doch auf die Rieger-Orgel in der Neanderkirche einigen können.

Dort gibt es seit Menschengedenken den überaus beliebten Zyklus der "Sommerlichen Orgelkonzerte", den diverse Kantoren, von Oskar Gottlieb Blarr und seinen Nachfolgern ermutigt, gestalten. Hier wurden auch Teile von Almut Rößlers epochalem Messiaen-Zyklus aufgenommen.

Nach der Komplettsanierung der Neanderkirche hat nun auch die 1965 gebaute Orgel in ihrem 51. Lebensjahr einige Auffrischungen bekommen. Während einer Begutachtung hatten sich an mehreren Stellen die üblichen Verschleißerscheinungen eines stark genutzten Instruments gezeigt. Die Firma Seifert aus Kevelaer bekam den Auftrag zu den Umbaumaßnahmen im Umfang von knapp 300.000 Euro.

Neanderkantor Sebastian Klein beschreibt den Werkstatt-Aspekt so: "Zunächst wurden die Klaviaturen ausgebaut und zur Überarbeitung in die Werkstatt nach Kevelaer gebracht. Alle Pfeifen wurden schrittweise ausgebaut, gereinigt, wo nötig repariert und anschließend wieder eingesetzt. Die Teilgehäuse der Orgel wurden gereinigt und mit einem neuen Anstrich versehen." Zudem wurden viele mechanische Teile im Inneren der Orgel (verschlissene Filze im Trakturbereich oder Verbindungen zwischen Tasten und Pfeifen) ausgetauscht und erneuert." Dann hat die Orgel auch einen neuen, stärkeren Motor bekommen; weiterhin wurden viele Windkanäle erneuert sowie weitere Optimierungen im Windsystem vorgenommen.

Außerdem bekam die Orgel zur Erhöhung ihres Volumens in der Tiefe zwei vollständig neue Register, Prinzipal 16' und Quinte 10 2/3'. Zudem sind elektrische Koppeln zur Erleichterung des Spielens beim Zusammenschalten aller Werke installiert worden. Die gesamte Elektrik der Orgel wurde überprüft und auf den aktuellen Stand gebracht; in diesen Tagen wird das Instrument nun neu intoniert - alle Register werden nach einer bestimmten "Temperierung" mit großer Sorgfalt klanglich eingestellt.

Somit ist das Instrument, außen und innen optimiert, für den Beginn der "Sommerlichen Orgelkonzerte" am Mittwoch, 6. Juli, 18.30 Uhr gerüstet. Es gibt dann "Musik der Empfindsamkeit - mit Werken für Barockoboe und Orgel".

Quelle: RP
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