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Düsseldorf
Die britische Künstlerin Kate Waters malt die Gegenwart

Düsseldorf: Die britische Künstlerin Kate Waters malt die Gegenwart
Das Bild "The Showdown" von Kate Waters. FOTO: Galerie Voss
Düsseldorf. Hat sich sein Traum von einem besseren Leben fern der Heimat im kanadischen Vancouver wirklich erfüllt? Oder ist der Asiate mit dem ernsten Blick, der in einem Waschsalon die Wäsche für seine Herrschaften faltet, nicht vielmehr gefangen in einer durchaus realen Welt? Von Dagmar Haas-Pilwat

Die Antwort signalisieren die fast schon surreal in einer Reihe im Sonnenlicht stehenden metallisch-glänzenden Waschmaschinen und der vielsagende Bildtitel "Der goldene Käfig". Subtil, ironisch bringt die in Kanada geborene Britin Kate Waters auch in ihren neuen Arbeiten, die unter dem Titel "Tell it like it is" in der Galerie Voss ausgestellt sind, aktuelle Themen auf den Punkt: Die Kluft zwischen Arm und Reich, das Leben der Internet-Generation, der tägliche Spagat zwischen hart erkämpfter Toleranz und Gleichheit in der Gesellschaft.

Die Motive ihrer Malerei sind so real wie die Menschen, die sie auf ihren Reisen beobachtet und fotografiert. Es sind alltägliche Szenen, die sie festhält und im Atelier mit Farbe und Pinsel auf die Leinwand bringt - so wie die Passanten auf dem Markusplatz in Venedig ("Trivial Pursuits") oder der Süßigkeiten-Verkäufer in seinem Shop ""Think a little more Sugar") oder die Küchenhilfen, die sich im Hinterhof des Restaurants zwischen den Mülltonnen bewegen ("The Show Down").

Kate Waters' Malerei ist nicht nur immer im Licht der Zeit zu sehen, es ist das Licht, das Spiel mit den Schatten, das so fasziniert. Was oberflächlich betrachtet wie fotorealistische 3-D-Bilder wirkt, ist in Wirklichkeit minutiös Gemaltes voller Stimmungen. Die 51-Jährige sieht ein Motiv, fotografiert es und seziert anschließend akribisch die Aufnahme in ihrem Düsseldorfer Atelier. Die auf die Leinwand projizierten Ausschnitte werden mehrfach übermalt, die Farben oftmals verstärkt, die Perspektiven und Effekte betont. Am Ende sieht der Betrachter die Personen und Dinge so, wie die Künstlerin sie sieht. Er nimmt am Leben fremder Menschen teil und kann sich leicht in eine der Figuren hineinversetzen, die auf dem Bild mit dem Titel "Monopoly" im Internet-Café sitzen.

Neben den großformatigen Gemälden sind erstmals auch Buntstift-Zeichnungen und Tusche-Arbeiten auf Dibond aufgezogenem Papier ausgestellt. Technisch perfekt arbeitet sich Waters vom lichten Weiß zum im Schatten liegenden Teil des Bildes vor. Es ist wie rückwärts Denken von Hell zu Dunkel. Beeindruckend ist die Dom-Fassade - gesehen und fotografiert in Florenz, gemalt in Düsseldorf.

Info Die Ausstellung "Tell it like it is" von Kate Waters ist in der Galerie Voss, Mühlengasse 3, bis 10. Oktober, zu sehen, www.galerievoss

Quelle: RP
 
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