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Düsseldorf
Die Geschichte des Tanzes als Tanz

Düsseldorf. Wenn ein neues Stück von Verena Billinger und Sebastian Schulz ansteht, darf man vor allem eines nicht sein - sicher. Ihre "Unlikely Creatures", die jetzt in den FFT Kammerspielen Premiere haben, kommen als Tanz-Performance daher, sind aber letzten Endes eine Versuchsanordnung, eine getanzte Geschichte des Tanzes selbst, die in der Frage mündet: Welche Kreatur bin ich eigentlich - eine Fee, ein Monster oder eine Sonne? Die exzellenten Performer stehen einander gegenüber, ein DJ liefert live den Soundtrack aus Electro, House und Pop, zu der Musik üben sie Bewegungen, die ihre Inspiration aus dem Bewegungsapparat der Kreaturen entleihen, sie bewegen sich zum Teil auf absurde Weise, entledigen sich ihrer Kleidung, verwandeln sich mit bunter Körperfarbe in phantastische Gestalten. Sie proben absurde Verrenkungen, scheuen sich nicht vor Provokation, zeigen sich nackt, zerlegen die Bewegungen in ihre einzelnen Teile. Manches Mal erinnert das Body Painting an die 60er Jahre, der Boden wirkt am Ende wie das Atelier Jackson Pollocks. Manches Mal scheint es viel Tanz über Tanz zu sein, ein sinnlicher Ansatz zwar, der aber zu analytisch ist, um Anteilnahme zu erzeugen. Das aber scheint auch nicht der Ansatz der Förderpreisträger Billinger und Schulz zu sein, in deren Stücken die Bewegungssprache des Öfteren seziert wird, in deren Stücke auch ein Kuss ins Unendliche zerdehnt werden kann. "Unlikely Creatures" wiederholt sich auf ermüdende Weise, die 80 Minuten scheinen etwas lang. Von Thomas Hag

Info Termine: 29. und 30. Januar, jeweils 20 Uhr, FFT Kammerspiele, Jahnstraße 3. Tel. 0211 87678-18

Quelle: RP
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