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Düsseldorf
Die große Kunst, Schweres ganz leicht aussehen zu lassen

Düsseldorf: Die große Kunst, Schweres ganz leicht aussehen zu lassen
Die Ensembleszenen nutzen effektvoll den Raum - und keiner der Künstler sieht am Ende auch nur ein bisschen erschöpft aus. FOTO: Nilz Boehme/BB Promotion
Düsseldorf. Das "Ballet Revolución" aus Kuba gastiert im Capitol-Theater. Die Tänzer zeigen einen Mix aus klassischem Ballett, Streetdance, Mambo und Hip-Hop. Von Marion Meyer

Sie sind jung, durchtrainiert und brennen für den Tanz. Spitze, Sprünge, Spagat oder Salto - alles kein Problem für die 19 Tänzer von Ballet Revolución. Sie wurden an der renommierten Escuela Nacional de Arte auf Kuba ausgebildet und beweisen, dass Pas de deux und Popmusik zusammenpassen. Ballet Revolución bringt nun im Capitol-Theater heiße Rhythmen in diesen tristen Februar.

Unzählige Lichtstimmungen, Nebel und Kostümwechsel nach fast jeder Szene - Ballet Revolución gibt alles, um die Zuschauer am Ende begeistert aus den Sitzen zu reißen. Zu populären Songs von Beyoncé, Rihanna und Usher zeigen sie einen eigenwilligen Mix aus klassischem Ballett, Streetdance, Mambo und Hip-Hop. Wobei sie bewusst die klassischen Tänze ihrer Heimatinsel wie Salsa oder Merengue nur spärlich einsetzen. Wenige Trommelnummern erinnern an das afrikanische Erbe der Tänzer. Sie wollen Lebensfreude vermitteln, abseits der Karibik-Klischees.

Eine exquisite fünfköpfige Liveband heizt den Zuschauern zusätzlich ein. Sie setzt die Popsongs in fetzige Arrangements um, während sich die Sänger Janine Johnson und Weston Foster stimmlich perfekt ergänzen. Und wenn die Tänzer während ihrer Tour de Force mal eine Pause brauchen, gibt Luis Palacios Galves ein zehnminütiges Solo auf den Congas. Bei dem Song "Cheerleader" begleitet Thommy Garcia Rojas die Tänzer mit der Trompete über die Bühne. Die athletischen Männer sind Meister der gedrehten Sprünge, sie schmeißen die Beine in die Luft, als gelte es, damit einen Konkurrenten auszuschalten. Die Frauen beweisen Biegsamkeit bis zur Schmerzgrenze und werden von ihren männlichen Kollegen durch die Luft gewirbelt, als seien sie lebende Keulen in einer Zirkusnummer.

Die Ensembleszenen nutzen effektvoll den Raum, wirken aber manchmal ein wenig austauschbar (Choreografie: Aaron Cash und Roclan Gonzalez Chavez). So überzeugen künstlerisch vor allem die Soli und Pas de deux, wenn zwei Körper sich aufeinander einlassen, sich gegenseitig umfließen, getragen von Anziehung und Abstoßung. Highlight wie schon beim ersten Programm, mit dem die Kubaner vor drei Jahren tourten, ist eine Szene, in der zwei Paare auf zwei Stühlen die verschiedenen Phasen einer Beziehung in körperliche Paraphrasen sinnlich umsetzen - durch wechselnde Lichtkegel dramatisch beleuchtet.

Ein weiterer Höhepunkt der Show ist das Solo zu Prince' "Purple Rain". Der junge Alayn Garcia Méndez beweist absolute Körperbeherrschung, wenn er mit gedrehten Sprüngen den Raum durchmisst oder sich auf den Händen beim Spagat in der Luft hält. Für ihn gilt wie für die anderen Tänzer der Truppe: Sie beherrschen die große Kunst, Schweres ganz leicht aussehen zu lassen. Und sehen am Ende nicht mal erschöpft aus.

Info Ballet Revolución: bis 28. Februar im Capitol-Theater, vom 22. bis 27. März im Theater Duisburg. Weitere Infos und Tickets unter www.ballet-revolucion.de

Quelle: RP
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