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Düsseldorf
Die Musicals-Stars von morgen

Düsseldorf: Die Musicals-Stars von morgen
Die Musicalnachwuchs-Elite im Capitol Theater (v.l.): Kara Kemeny, Adrian Burri Matias Lavall und Cornelia Mooswalder. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. In der "Musical Academy" trafen sich Nachwuchskünstler, um von Profis zu lernen. Im nächsten Jahr gibt es eine Neuauflage. Von Regina Goldlücke

Das Geschenk seiner Eltern zum 18. Geburtstag stellte ganz unerwartet die Weichen für seine Berufswahl. Adrian Burri durfte nach New York fliegen und erlebte am Broadway sein erstes Musical: "Anything Goes". Ein magischer Moment. "Vorher wollte ich Schauspieler werden", erzählt er. "Von da an wusste ich, dass es Richtung Musical gehen sollte." Adrian Burri studiert derzeit an der Universität der Künste in Berlin. Er war der einzige unter den zehn Teilnehmern der "Musical Academy" im Capitol Theater, der noch keinen Abschluss hat - er durfte für einen Kollegen einspringen, der verhindert war. Alle anderen haben ihre Ausbildung an einer der fünf staatlichen Musical-Hochschulen in Deutschland und Österreich bereits absolviert und erste Engagements bekommen. Sie eint ein gemeinsames Ziel: ein Musicalstar von morgen zu werden und das Publikum auf großen Bühnen zu begeistern.

In Düsseldorf trafen die zehn Nachwuchskünstler auf Einladung von "Uptempo e.V." in der vergangenen Woche zusammen, um mit Dozenten und bekannten Musicaldarstellern an ihren künstlerischen Fähigkeiten zu feilen. Empfohlen wurden sie von ihren ehemaligen Hochschullehrern, die mit der gemeinnützigen Initiative zusammenarbeiten. "Damit wollen wir herausragenden Talenten die Chance einer gezielten Hochbegabten-Förderung bieten". sagt Andrea Beumer. Einige Jahre lang organisierte sie im Auftrag der WestLB ein ähnliches Programm. Nach dessen Ende wurde sie selbst aktiv: "Das Projekt war mir ans Herz gewachsen, das durfte nicht sterben." Sie gründete den Verein "Uptempo" und startete neu mit der "Musical Academy" unter der künstlerischen Leitung von Christian Stadlhofer. "Es wäre schön, wenn wir auch die Stadt Düsseldorf als Unterstützer für dieses schöne Projekt gewinnen könnten", wünscht sich Andrea Beumer.

Am Samstag führten die Teilnehmer in der "Show der Rising Stars" im ausverkauften Capitol vor, was sie gelernt und mit Profis wie Hardy Rudolz vertieft hatten: Ein Abend der großen Stimmen und der großen Gefühle. Der Sänger ist in vielen Theatern zu Hause, wurde berühmt durch "Das Phantom der Oper" in Hamburg, wirkte als erster Deutscher bei "Les Misérables" im Londoner Westend mit und spielte zuletzt in Wien die Uraufführung von "Schikaneder". Für ihn war es Vergnügen und Pflicht zugleich, den Talenten zur Seite zu stehen. "Als ich anfing, war ich dankbar für jede Unterstützung", erzählt er. "Musical-Darsteller zu sein, hatte für manche Theaterintendanten noch etwas Anrüchiges. Heute weiß man, welche Leistung dahintersteckt, um gleichermaßen gut singen, tanzen und spielen zu können."

Genau diese Mischung ist es, die für Kara Kemeny den Kick beim Musical ausmacht: "Ich darf mich auf der Bühne richtig austoben, spüre unmittelbar die Reaktion der Zuschauer", sagt die Absolventin der Hochschule Osnabrück, die auch Puppenspiel beherrscht und mehrfach am Theater Hagen engagiert war. Die intensiven Tage in Düsseldorf haben sie beflügelt: "Es war toll, mit der Gruppe noch einmal mehr herauszuholen." Cornelia Mooswalder, Absolventin der Wiener Privatuniversität "Musik und Kunst", stimmt zu: "Der Reiz liegt in der Vielfalt. Ich greife zu jeder Rolle, die mir gefällt. Mal bin ich eine Frau in den 20er-Jahren, mal eine Verrückte." Adrian Burri nimmt den Faden auf: "Ja, im normalen Leben würde man für verrückt gehalten, auf der Bühne wird man dafür geliebt." Matias Lavall legte 2017 seine Abschlussprüfung zum "Master of Arts Musical" an der Theater Akademie August Everding in München ab, spielte danach den Petrus in "Jesus Christ Superstar" am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

Sein Fazit nach dem Düsseldorfer Workshop: "Ein unglaubliches Erlebnis, mit fremden Kollegen etwas zu erarbeiten. Erst waren alle nervös, doch das Eis brach sehr schnell. Wir haben ein tolles Teamgefühl entwickelt."

Quelle: RP
 
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