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Düsseldorf
Die Stars des neuen Tonhallen-Programms

Düsseldorf: Die Stars des neuen Tonhallen-Programms
Die berühmte Pianistin Martha Argerich gastiert bei Heinersdorff mit dem Cellisten Mischa Maisky. FOTO: dpa
Düsseldorf. In der Saison 2015/2016 gibt's ein Wiedersehen mit großen Künstlern und aufstrebenden Talenten - und den Berliner Philharmonikern. Von Wolfram Goertz

Das neue Jahresprogramm der Tonhalle liest sich wie ein Düsseldorfer Bewerbungsschreiben um die Anwartschaft auf einen führenden Platz im Reigen der großen regionalen Konzerthäuser. Auch früher hat die Tonhalle regelmäßig den Anschluss an Essen, Köln oder Dortmund gesucht, aber nie richtig gefunden. Bei der Lektüre des neuen Programms darf man erfreut feststellen: Sie rückt näher heran.

Das liegt nicht nur daran, dass die Berliner Philharmoniker endlich wieder gastieren (unter Yannick Nezet-Seguin, am 27. Juni 2016 beim Festkonzert des Freundeskreises), es liegt vielmehr an der Vermählung renommierter Künstlern mit anspruchsvollen und zugleich spannenden Programmen. Auch die Kombination, ja fast schon Verzahnung der städtischen mit den Heinersdorff-Konzerten wirkt gelungen, wohlüberlegt und vielfältig. So startet die Serie mit allen Beethoven-Klaviersonaten des großen Pianisten Igor Levit parallel auch bei Heinersdorff. Und der gemeinsame Gedanke, alle Klavierkonzerte Mozarts über einige Jahre nach Düsseldorf zu holen, gewinnt ebenfalls gemeinsam an Kontur.

Dorothee Oberlinger FOTO: Endermann

Natürlich steht die neue Saison bei den Symphonikern im Zeichen des neuen Chefdirigenten Adam Fischer. Wegen der Kürze seiner Bestallung wird er einstweilen nur zwei Konzerte dirigieren - eines mit Mahlers Siebter und eines mit Brahms' "Requiem". Sein junger Leitungskollege Alexandre Bloch ist ebenfalls mit zwei Konzerten vertreten. Axel Kober als gastierender GMD der Rheinoper dirigiert das Verdische "Requiem", fürwahr ein Leib-und-Magen-Stück des Städtischen Musikvereins.

Wer den neuen Jahresprospekt aus Essen studiert, wird eine größere Zahl von illustren Kammermusikabenden registrieren. Nun, die finden in Düsseldorf ja im Robert-Schumann-Saal statt, ein Konzertsaal von kleinerem Format, um den uns die Nachbarstädte beneiden. Dort finden die "Raumstation"-Konzerte statt - darin ein filmischer Liederabend mit Dietrich Henschel und Gustav Mahler, ein Konzert mit dem genialen Brodsky-Quartett oder das "Singing Christmas"-Projekt mit New York Polyphony.

Sir Roger Norrington FOTO: TH/Diesner

Die Symphoniekonzerte, die weiterhin astrologisch unter den Titel "Sternzeichen" firmieren, spenden ein Wiedersehen mit beliebten Dirigenten, etwa Sir Roger Norrington oder John Fiore, der Sibelius' wundervolle "Sturm"-Schauspielmusik aufführen wird. Weitere Höhepunkte quer durch die Reihen sind: ein Karnevalskonzert mit dem "Karneval der Tiere" und Michael "Bully" Herbig, ein Kinderkonzert mit Anke Engelke und Benjamin Brittens "Young Person's Guide to the Orchestra", ein Auftritt der Blockflötistin Dorothee Oberlinger in der Ehring-Serie oder, ebenfalls dort, ein "Tanz in den Mai" mit der Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner.

Bei Heinersdorff bleibt das Niveau der Orchestergastspiele auf erfreulichem Niveau; man registriert den Wunsch des neuen Chefs Burkhard Glashoff, Glanz nachzureichen und die drei Reihen besser zu sortieren. Es gastieren unter anderem die Wiener Symphoniker, Il Giardino Armonico, London Philharmonic Orchestra, Staatskapelle Dreden, das National Symphony Orchestra aus Washington und das RSO Wien, mehrfach auch die Academy of St. Martin in the Fields. Unter den Solisten sind Lang Lang, Murray Perahia, Sabine Meyer, Hilary Hahn, Jan Liesicki, Hélène Grimaud, Anne-Sophie Mutter. Die Piano-solo-Serie ist so prominent besetzt wie nie: Neben Levit treten Martha Argerich (mit dem Cellisten Mischa Maisky), Grigory Sokolov und Yuja Wang auf.

Anke Engelke FOTO: Schaller
Quelle: RP
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