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Düsseldorf
Die unvergleichliche Sabine Meyer

Düsseldorf. Das London Philharmonic Orchestra gastierte in der Tonhalle. Von Heide Oehmen

Es waren die Hörner, diese fantastische Horngruppe des London Philharmonic Orchestra, die die Zuhörer in der nahezu ausverkauften Tonhalle zuerst faszinierten. Mit ihrem Einstieg in die Ouvertüre zu Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel" schufen sie sogleich wohlige Adventsstimmung.

Selbstverständlich standen die Kollegen des berühmten englischen Orchesters den Hörnern in nichts nach: Die in großer Besetzung angereisten, bewundernswert homogenen Streichergruppen, die ausgesuchten Holzbläser, das strahlkräftige, sehr geschmackvolle Blech und an der Pauke ein Künstler der Extraklasse.

Vladimir Jurowski, seit 2007 Chefdirigent des im Jahre 1932 von Sir Thomas Beecham gegründeten Orchesters, konnte sich angesichts solcher instrumentalen Güte auf durchweg kleine Bewegungen und wirkungsvolle Akzentsetzungen beschränken - keine Bewegung zu viel und vor allem keine Selbstdarstellung.

Diese souveräne Ausformung, die eine minutiöse Vorarbeit erkennen ließ, kam nicht nur der mit viel Einfühlungsvermögen gestalteten Ouvertüre, sondern auch der Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43 von Jean Sibelius zugute, die vor allem in den ineinander verwobenen Sätzen drei und vier zu einem fesselnden und an Farbintensität kaum zu überbietenden Klanggemälde geriet. Im zweiten Satz hingegen irritierte Jurowskys Deutung angesichts der übermäßig ausgeprägten Zäsuren.

Wie oft mag Sabine Meyer schon das berühmte Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart gespielt haben! Doch auch diesmal war der großartigen Künstlerin, die ihr Instrument traumwandlerisch sicher beherrscht und so brillant wie tonschön zu handhaben weiß, keinerlei Routine anzumerken. Die Londoner - hier in reduzierter Besetzung - begleiteten voller Wohlklang und Lust am Musizieren. Es war ein makelloses Miteinander.

Großer Beifall, sowohl nach Mozart als auch nach Sibelius - und als prächtige Orchesterzugabe das Vorspiel zum dritten Akt von Wagners "Meistersingern".

Quelle: RP
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