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Düsseldorf
Digitale Kunstsammlung kommt

Düsseldorf. Marion Ackermann plant einen digitalen Neubau, den sie jetzt vorstellte.

Keine zwei Jahre ist es her, dass Marion Ackermann noch vor der Digitalisierung der Kunstsammlung gewarnt wurde. Stünde die Sammlung im Netz, komme doch niemand mehr ins Museum, sagten die Skeptiker. "Dabei ist die physische Existenz im realen Raum erst die Vollendung für den Betrachter", sagt die Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die in der Digitalisierung der Sammlung vielmehr eine Verknüpfung analoger und digitaler Kunst sieht. Viele Monate hat sie mit ihrem Team an einer Strategie gearbeitet, weltweit Museen analysiert, mit dem Ziel, neues Publikum zu gewinnen, für die Sammlung, die Künstler und die Häuser selbst.

"Zunächst haben wir entschieden, dass wir Inhalte nicht nach Algorithmen anbieten, sondern kuratiert", sagt Marion Ackermann. Ein Experte soll mit seinem Blick kompetenter Wegweiser für das Publikum sein. Viel Wert wird dabei auf die ästhetisch-grafische Gestaltung gelegt, "unser Schwerpunkt liegt auf der Nähe zum Künstler", erklärt die Direktorin. Künstler der Sammlung und des Ausstellungsprogramms sollen den digitalen Raum gestalten, sich im besten Fall miteinander vernetzen. "Unser Auftrag ist es, alle Menschen anzusprechen", sagt Ackermann. Mit individualisierten Zugängen will sie das erreichen. Im Augenblick wird an einer neuen Website für die Sammlung gearbeitet, dort soll das Prinzip der Individualisierung schon eingeführt werden - der Wissenschaftler brauche ein anderes Angebot als der Lehrer oder der Reiseveranstalter.

Schließlich, so hofft Ackermann, wird der digitale Raum eine Plattform für Austausch und Forschung auf globaler Ebene. "Dafür müssen wir aber noch einige ethische Fragen klären, die Debatte rund um das Urheberrecht noch mal neu diskutieren", sagt die Direktorin. Bis Ende 2017 soll das Projekt umgesetzt worden sein, das Ackermann und Alissa Krusch, Bereichsleiterin Digitale Kommunikation, liebevoll das vierte Haus der Sammlung nennen. Über die Finanzierung sprachen sie nur vage. Zumindest so viel verrieten sie: Der Drittmittelantrag werde gerade gestellt.

(esc)
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