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Veranstaltungs-Tipps
Schumannfest mit großem Programm

Düsseldorf: Das ist das Programm des Schumannfestes 2016
FOTO: Beatrice Winter
Düsseldorf. Morgen beginnt im Konzerthaus Tonhalle das Schumannfest. Es widmet sich mit vielen Veranstaltungen dem "Jahr ohne Sommer" 1816. Von Holger Lodahl

Schauspielerin Martina Gedeck, Rezitator Dominique Horwitz und die Maus Frederick sind drei der Gäste des Schumannfests, das ab morgen den Ruf Düsseldorfs als Kulturstadt unterstreichen möchte. "Thematisch wagt das Schumannfest ein besonderes Experiment", sagt Thomas Geisel, Düsseldorfs Oberbürgermeister und Schirmherr des Schumannfests. Es widmet sich der Faszination, der Mystik und dem Naturphänomen des Jahres 1816, dem "Jahr ohne Sommer."

Einen ganzen Sommer lang lag vor 200 Jahren eine unerklärliche Dunkelheit und Kälte über Mitteleuropa und Nordamerika. Ernteausfälle, Hungersnöte und Flucht waren die Folgen, erklärt Michael Becker, Intendant der Tonhalle.

Dominique Horwitz rezitiert Texte von Shakespeare. FOTO: U. Miserius

Künstler und Kreative regierten mit erstaunlicher Intensität auf das unbekannte Naturphänomen, dessen Grund erst hundert Jahre später erkannt wurde: Der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien. Eine ähnliche Beklemmung gebe es auch gegenwärtig, führt Becker fort. "Deshalb fragt das Schumannfest nach den Vulkanen von heute."

Besonders dicht am Motto wird die nächtliche Licht- und Klanginszenierung am Schloss Benrath sein. Mit "Darkness 1916" thematisieren Beate Schüler, Klaus Grünberg und Werner Cee allabendlich ab 22 Uhr vom 26. bis 29. Mai die Verschattung der Welt. Inspiriert von den explosiven Sonnenuntergängen des englischen Malers William Turner und den apokalyptischen Visionen aus Lord Byrons Gedicht "Darkness" erschaffen die Künstler eine romantisch-dunkle Welt mit archaisch-poetisch-brachialen elektronischen Klängen und feenhaften Stimmen.

Am Dienstag, 24. Mai, steht Schauspieler und Sprecher Dominique Horwitz auf der Bühne der Tonhalle. "Shakespeare goes Schumann" lautet der Titel dieses Abends, an dem auch das Stockholm Chamber Brass, Urban Agnas und Tom Poulson (Trompete), Jonas Bylund (Posaune), Annamia Larsson (Horn) und Sami Al Fakir (Tuba) die Musik der Epoche spielen.

Thematisch die Kurve zum Festival-Motto kriegt auch der Auftritt von Martina Gedeck am 3. Juni in der Tonhalle. Ähnlich wie in ihrem Film "Die Wand" (2012) mögen sich die Menschen im Jahr ohne Sommer gefühlt haben: abgeschnitten vom Rest der Welt. Im Schumannfest präsentiert Martina Gedeck eine Bühnenversion des Films, begleitet von den Klängen eines Knopfakkordeons.

Kinder ab vier Jahren können sich auf das Musiktheater "Frederick" freuen. Ein Kinderchor und mehrere Musiker erzählen von der Maus, die sich mit Nüssen und Körnern auf die dunkle Jahreszeit vorbereitet. Frederick sammelt aber auch Sonnenstrahlen, Farben und Wörter, denn: Kultur ist Lebensmittel, auf das niemand verzichten sollte.

Karten für das Schumannfest gibt es im Vorverkauf an der Konzertkasse Tonhalle, Ehrenhof 1 sowie im Opernshop an der Heinrich-Heine-Allee 24. Auch unter Telefon 0211 39020193 werden Bestellungen entgegengenommen. Mehr Infos gibt es unter www.schumannfest.de.

Quelle: RP
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