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Düsseldorf
Düsseldorf Festival stellt Stadt auf den Kopf

Düsseldorf Festival 2016 stellt Stadt auf den Kopf
Afrikanische Tänzer interpretieren das Stück "Schwanensee". FOTO: John Hogg
Düsseldorf. Die Intendanten Christiane Oxenfort und Andreas Dahmen haben 30 internationale Acts zum Kulturfest in die Stadt eingeladen. Von Jessica Balleer

Schon bald wächst ein neues Festzelt in der Innenstadt gen Himmel. Denn kaum ist der NRW-Tag beendet, ziehen 30 Tänzer, Artisten, Musiker und Theatergruppen in die Stadt. 60 Vorstellungen bietet das Düsseldorf Festival vom 14. September bis zum 3. Oktober. Knapp drei Wochen sind es noch, bis die erste Tanzgruppe ein Kulturevent eröffnet, das alternativ, verrückt und international ist. Höhepunkte warten in jeder Sparte.

Tanz und Theater Das Düsseldorf Festival steht für das Andersartige, es gibt dem Verrückten eine Bühne. Bis nach Südafrika hat sich das herumgesprochen. Zum Auftakt am 14. September kommt Choreographin Dada Masilo mit ihrem Ensemble zum ersten Mal nach Düsseldorf. Die alternative Interpretation klassischer Stücke macht ihre Produktionen besonders. "Swan Lake" choreographierte Masilo 2010 und hauchte der Liebesgeschichte "Schwanensee" damals einen neuen Atem ein. Statt Strumpfhosen, tragen die Tänzer enge, weiße Taillenhosen aus Stoff. Die südafrikanischen Tänzerinnen schweben in weißen Tutus, die wie Petticoats anmuten, über das Parkett - im Theaterzelt werden sich frecher Tanz und Klassik verbinden.

"Les Limbes" heißt die Zaubershow von Étienne Saglio. FOTO: Etienne Saglio

Performance Der Circus Cirkör wird ab Mittwoch, 21. September, an drei Tagen zu sehen sein. Und ja, es gibt Jonglage und Artisten auf Trapezen. Doch die Darbietung "Limits" geht wahrlich über die Grenzen dessen hinaus. Das hat so eine Schwere, etwas Dunkles, wenn die Beats die Geschichte untermalen, die erzählt wird - Flüchtlinge sind das Leitmotiv. Mitreißend wird auch die "faszinierendste Zaubershow", die Andreas Dahmen in den vergangenen Jahren gesehen hat. Der Intendant freut sich auf Magier Etienne Saglio, der im Tanzhaus NRW marionettenhafte Gestalten tanzen lassen wird. Seine Show heißt "Les Limbes" und feiert am 22. September in Düsseldorf Deutschlandpremiere.

Global und Minimal Music Groß im Programm ist beim Düsseldorf Festival die Weltmusik. Sie vereint Pop-Klänge mit traditioneller Musik. Hinter dem Stil des Fado stecken Akustikgitarre und die gewaltige Stimme des Portugiesen Ricardo Ribeiro. Am 17. September tritt er auf, und wenn er anfängt zu singen, ist das eine Einladung, eine Flasche Rotwein zu öffnen, draußen zu sitzen und den Moment zu genießen; "und das Morgen kann warten", so die Botschaft des Fado. Ein Konzert der Minimal Music ist im Dreischeibenhaus geplant. In die 22. Etage zieht der Minimalismus ein, wenn das Ensemble Podium aus Esslingen an diesem besonderen Ort spielt. Das besteht aus jungen Männern mit Geigen, Klavier, Kontrabass und Celli - und ohne Noten.

Die Sängerin Sophie Hunger tritt am 24. September auf. FOTO: Marikel Lahana

Experimente und Mischformen Schon 1991 hatten die Intendanten Christiane Oxenfort und Andreas Dahmen mit dem Altstadtherbst die Idee, Düsseldorf kulturell zu beleben. Heute ist das Düsseldorf Festival jährlich ein Magnet für 25.000 Besucher. "Mal sehen, ob sich auch für unser skurrilstes Event mutige Düsseldorfer finden", sagt Oxenfort. Sie spricht von Guru Dudu: Wenn einem zwischen dem 15. und 18. September abends eine tanzende Meute begegnet, dann ist man schon mittendrin im Flashmob "Silent Disco". Mit Kopfhörern ziehen Menschen durch die Innenstadt, in die Straßenbahnen und Geschäfte. "Erste Karten sind schon verkauft", so Oxenfort. Ebenso in diese Kategorie gehört Patrick Mathis. Er spielt Barock, Jazz oder Michael Jackson auf einer Drehorgel - mit Körpereinsatz und in Ekstase.

Bei aller Andersartigkeit und Internationalität zeichnet sich das Düsseldorf Festival nach wie vor und vor allem auch durch die Auftritte nationaler Musikgrößen aus. Mit dem Jungen Orchester NRW wird Klarinettist Sebastian Lambertz das Thema "Multiple Personality" darbieten. Elfstimmig wird sein Klarinettenspiel am 1. Oktober in der Johanneskirche zuweilen erklingen.

Eine der größten Singer-Songwriterinnen, die in deutscher Sprache singt, hat sich ebenfalls angekündigt: Die Schweizerin Sophie Hunger singt im Theaterzelt alte und neue Stücke. Diese Melancholie, diese Entrücktheit der Sophie Hunger wird in die Stadt einziehen, wenn sie ab 20 Uhr singt.

Quelle: RP
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