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Düsseldorf
Düsseldorfer Autorin schreibt 30 Rätselkrimis

Düsseldorf: Düsseldorfer Autorin schreibt 30 Rätselkrimis
Die Autorin Susann Brennero hat einen Band mit 30 Rätselkrimis vorgelegt. Die kurzweiligen Kriminalfälle spielen in Düsseldorf, wo die Schriftstellerin lebt. Ihr Kommissar Maximilian Meyerling ermittelt auch am Rhein und in der nahegelegenen Altstadt. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Susann Brennero lässt "Kriminalkommissar Meyerling" in Düsseldorf ermitteln. Die kurzen Kriminalfälle fordern zum Mitdenken auf. Von Klas Libuda

Sein erster Fall führt Meyerling ins Showgeschäft. Nach einem Gesangswettbewerb im Düsseldorfer Stadion liegt der Star der Show erschlagen im Whirlpool seines Hotelzimmers. Der Kommissar verhört die beste Freundin der ermordeten Sängerin, den Moderator der Show und den Manager der Toten. Der letzte Satz der fünfseitigen Krimi-Miniatur lautet so: "Wen vermutet Kriminalkommissar Meyerling hinter dem schrecklichen Verbrechen?" Denn einer verrät sich.

So oder so ähnlich enden alle Episoden in "Meyerling ermittelt in Düsseldorf" von Susann Brennero. Ihr Buch, das nun im Gmeiner-Verlag erschienen ist, vereint 30 Rätselkrimis, die die Leser zur aufmerksamen Lektüre herausfordern. Denn der Kommissar, der immer gleich zur Stelle ist, sobald in Düsseldorf ein Mord geschieht, geht zwar den Hinweisen nach, hält sich in der Konklusion allerdings vornehm zurück. Der Leserschaft bleibt überlassen, bis zur Überführung des Täters Indizien zu sammeln. Stets auf der nächsten Buchseite präsentiert Brennero eine Lösung, in Kleinbuchstaben und auf den Kopf gestellt.

Im Wanderurlaub in der Steiermark sei ihr die Idee gekommen, Rätselkrimis zu verfassen, sagt die Autorin, die als Susann Brennero unter Pseudonym schreibt und eigentlich als Rechtsanwältin arbeitet. Bei einem Bummel in der dortigen Buchhandlung habe sie Wiener Rätselkrimis entdeckt und Spaß an der Form gefunden. Die Autorin, die bislang vor allem Kurzgeschichten veröffentlicht hatte, recherchierte und stellte fest: Düsseldorfer Rätselkrimis gab es bislang nicht. "Ich wollte das ausprobieren", sagt sie.

Der Gmeiner-Verlag hat das Buch nun in seiner Rätselkrimi-Reihe veröffentlicht, andere Folgen spielen in Leipzig, Linz und an der Ostsee. Susann Brennero lässt ihren Kommissar Maximilian Meyerling in dem nunmehr 14. Band der Reihe an markanten Orten Düsseldorfs ermitteln. Gemordet wird etwa im Stall der Galopprennbahn, in der Altstadt und im Volksgarten. Im K21 am Schwanenspiegel wird lediglich eine Skulptur gestohlen. Auch dieses Falls nimmt sich der findige Ermittler an, der zufällig in der Nähe ist.

Susann Brennero ist in Düsseldorf geboren und aufgewachsen, die 46-Jährige macht am Marie-Curie-Gymnasium ihr Abitur und studierte anschließend Jura. Für Düsseldorf habe sie sich immer schon begeistern können, sagt die Autorin, "es ist eine gewachsene Stadt, und es gibt viele schöne Plätze wie das Rheinufer." Auch hier ist Meyerling unterwegs.

"Die Leser sollen die Orte sofort wiedererkennen können", sagt Brennero, darum habe sie die Tatorte stets an reale Schauplätze in der Stadt verlegt. Nebenbei kartographiert die Autorin die Stadt und ihre Knotenpunkte, was vor allem ortsansässigen Lesern eine Freude sein wird.

Die kurzen Krimis sind stets vier bis fünf Seiten lang und auf das Wesentliche komprimiert. Die Handlung kennt kaum mehr als den Tatort und das anwesende Figurenpersonal. "Keiner verlässt den Raum" ist denn auch einer der Sätze, den Meyerling zu sagen gezwungen ist. Der Täter ist zumeist nicht weit, das kann beim Lesen zuweilen ermüden.

Andererseits ist die Konzentration auf wenige Schauplätze und wenige Figuren der Form geschuldet. Das hilft, den Überblick zu bewahren.

Zumal die "Meyerling"-Lektüre den Blick des Lesers schärft. Der Kommissar tritt zumeist nur als Moderator auf, der die Tatverdächtigen geschwätzig werden lässt. Nicht jenes Mosaiksteinchen zu überlesen, das einen der Verdächtigen überführt, bleibt dem Leser überlassen.

"Meyerling ermittelt in Düsseldorf" ist Susanne Brenneros Krimi-Debüt, ein Nachfolger ist aber schon in Sicht. Sie schreibe jetzt an einem langen Kriminalroman, sagt sie. Der Gmeiner-Verlag habe ihr für 2016 schon einen Abgabetermin genannt.

Quelle: RP
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