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Düsseldorf
Durch den Sommer mit Paul Celan

Düsseldorf. Als sich die junge Edith einmal vorm Besuch bei der leidigen Verwandtschaft drücken wollte, hätte sie deswegen fast Paul verpasst. Der war nämlich gleichfalls zu dem "Pflichtbesuch"eingeladen worden, und weil alle Ausreden nichts nützten, ging Edith schließlich doch mit, und da war er. Das war in den 1930ern in Czernowitz, in der heutigen Ukraine, als Edith Silbermann ihre erste Liebe traf: den später weltberühmten Dichter Paul Celan. Im Sommer schließlich kamen sie sich näher: Paul "drückte mich an seine Brust und küsste mich" - davon unter anderem erzählt das Buch "Czernowitz - Stadt der Dichter", in dem die 1921 geborene Edith Silbermann von ihrer Zeit im damaligen Rumänien berichtet.

Acht Jahre nach dem Tod der Schauspielerin und Übersetzerin, die viele Jahre und bis zu ihrem Tod in Düsseldorf lebte, ist dieses umfangreiche Werk nun im Wilhelm-Fink-Verlag erschienen. Herausgegeben hat es Amy-Diana Colin, eine Literaturwissenschaftlerin und Nichte Silbermanns, die an der Universität im US-amerikanischen Pittsburgh lehrt und den Band durch einen umfangreichen wissenschaftlichen Apparat ergänzt hat. Ein Aufsatz, Fotos und zwei CDs mit Aufnahmen der Rezitatorin Silbermann - kommentiert durch Colin - komplettieren das Werk. Morgen stellt Amy-Diana Colin das Buch im Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12, vor. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet sechs Euro, ermäßigt vier Euro.

(kl)
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