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Düsseldorf
Ein Abend im Stahlwerk über David Bowie und seinen "Piano Man"

Düsseldorf. Populäre Musik spielen? Für viele eingefleischte Jazzmusiker nicht wirklich der Olymp. So haute es den Pianisten Mike Garson auch anfangs nicht gerade um, als er das Angebot bekam, mit David Bowie auf der Bühne zu stehen. Doch seine Frau und er hatten gerade ihr erstes Kind bekommen, gut bezahlte Jobs konnte er sich also nicht durch die Lappen gehen lassen. Also sagte Garson zu. Von Ananda Kordes

Das war Anfang der 70er Jahre, und damals konnten wohl beide Künstler noch nicht ahnen, dass eine gut 40 Jahre lange Zusammenarbeit daraus erwachsen würde: Mike Garson wirkte bei 16 Alben von David Bowie mit, darunter "Aladdin Sane", "Diamond Dogs", "Young Americans" oder "Reality". Er begleitete Bowie auch bei zahlreichen Touren und Shows, wurde wichtiger Weggefährte und treuestes Bandmitglied.

Doch was war das geheime Band dieser beiden Ausnahmekünstler? Und wie kam es genau dazu, dass der exzentrischen Jazzmusiker aus New York sozusagen über Nacht so erfolgreich in die Welt von David Bowie katapultiert wurde? Der Londoner Autor Clifford Slapper ist diesen Fragen in seinem Buch "Bowie's Piano Man" (erschienen 2014 auf Englisch bei Fantom) nachgegangen; sein Werk wird er am Donnerstag, 31. März, im Düsseldorfer Stahlwerk vorstellen. Dort wird er mit der Veranstalterin Caroline West, Gründerin des Düsseldorfer Kunstnetzwerks "Rhinebuzz", über Mike Garson und David Bowie plaudern und einige Passagen aus seinem Buch lesen.

Zudem wird er am Klavier sitzen und mit Düsseldorfer Sängern "Bowie-Hits" präsentieren. "Slapper selbst ist ein großartiger Pianist, und die Idee zum Buch entstand bei einer Meisterstunde, die er bei Mike Garson vor einiger Zeit nahm", sagt Caroline West.

So folgten auf die Meisterstunde viele gemeinsame Treffen, in denen Garson beispielsweise verriet, was ihn an Bowie so faszinierte: "Er war der beste Produzent, den ich je in meinem Leben traf. Denn: Er ließ mich einfach mein Ding machen." Ein Schlüsselerlebnis dafür war die gemeinsame Aufnahme des Stücks "Aladdin Sane" im Jahr 1973. Garson spielte schlicht und einfach das, was er am besten konnte: Avantgarde. Und für dieses Klavier-Solo schicken ihm Fans bis heute Mails aus aller Welt.

Der Kontakt zwischen Caroline West und Clifford Slapper entstand übrigens schon im vergangenen Jahr. "Ich recherchierte eigentlich für ein anderes Projekt. Stieß dabei aber auf David Bowie und seine Zeit in Düsseldorf, als er hier die elektronische Musikszene erkundete. Das war noch vor seiner Zeit in Berlin", erzählt West. Fast schon ein wenig unheimlich sei es dann gewesen, als ausgerechnet einen Tag vor Bowies Tod der Abend im Stahlwerk fix gemacht wurde. So wollen die Veranstalter auch keinen Rummel betreiben, sondern vielmehr die Arbeit zweier begnadeter Künstler würdigen.

Moderiert wird der Abend vom Chansonnier und Entertainer Mayo Velvo. Einen Teil der Einnahmen soll an das Düsseldorfer Projekt "Singpause" gehen.

Info "Ein Abend über Bowie's Piano Man", Donnerstag, 31. März, um 20 Uhr im Stahlwerk an der Ronsdorfer Straße 134. Karten sind für 25 Euro erhältlich per Mail: caroline@rhinebuzz.com

Quelle: RP
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