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Düsseldorf
Eine Reise in die Krankheit mit Verena Lueken

Düsseldorf. Gibt es eine gute Jahreszeit zum Sterben? Die Protagonistin aus Verena Luekens Roman "Alles zählt", aus dem die Autorin im Theatermuseum las, verbringt die heiße Jahreszeit in New York. Freunde haben ihr ein Apartment zur Verfügung gestellt. "Beißendes Licht, brüllende Hitze, eine erbärmliche Zeit, um zu sterben", liest sie bei James Salter. Man merkt bald, die Autorin, deren Debütroman hier vorliegt, kennt sich aus mit den Figuren der Kultur.

Jahrelang hat die FAZ-Redakteurin Lueken als Kulturkorrespondentin in New York gelebt. Sie schrieb über ihre Helden, immer wieder tauchen sie auf und bilden die Verankerungen in diesem Debüt-Roman, der von einer Frau handelt, die an Lungenkrebs leidet. Wir begleiten sie auf ihren Stationen, die sie auch nach Frankfurt am Main und Myanmar führen. Lueken hält nicht viel davon, der Krankheit eine besondere Qualität beizumessen, so wie sie auch deren Aufladung durch eine wie auch immer geartete "Mitschuld" ablehnt.

Viel Tod in diesem Buch, das von den Fähigkeiten der Autorin lebt, präzis und dennoch völlig unsentimental zu beobachten. Bei einer schwächeren Autorin könnte es leicht pathetisch oder kitschig werden. Verena Lueken aber rutscht niemals ab.

(hag)
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