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Düsseldorf
Einmal singen wie die Gregorianer

Düsseldorf. Man muss kein Mönch sein, um diese Musik singen zu dürfen. Man muss auch kein Experte im Entziffern angeblich unleserlicher Noten sein, um hier schon nach kurzer Zeit den Bogen dieser Kunst herauszuhaben. Gregorianischer Choral ist keine Geheimwissenschaft, sondern eine frühe Form des liturgischen Singens und für unsereinen ebenso gut zu lernen wie für jeden Novizen in einem Kloster. Von Wolfram Goertz

Wer je in einer Choralschola gesungen hat, der spürte, wie er das Schwingen dieser Musik mit ihrem weiten Atem irgendwann als selbstverständlich empfand. Wie er von den schier endlosen Linien davongetragen wurde. Wenn man dann noch in einer Kirche mit viel Hall singt, dann wähnt man sich im "Namen der Rose". Oder jedenfalls in einer ehrwürdigen Abtei, in der die Mauern noch vom Klang der Jahrhunderte widerhallen.

Natürlich gibt es Tricks, die man kennen muss - und damit einem diese Tricks in Fleisch und Blut übergehen, braucht man professionelle Anleitung. Man kann sich natürlich die vielen CDs anhören, die berühmte Choralscholen eingesungen haben, aber nur der direkte Umgang mit dem Notentext verschafft einem die nötige Sicherheit. Zu diesem Zweck gibt es jetzt in Düsseldorf ein einzigartiges Projekt: An einem Samstagnachmittag im Dezember (3. Dezember ab 14 Uhr) gibt es in der Kirche St. Benediktus einen Projekttag unter dem Motto "Gregorianik und mehr". Kantor Peter Zimmer, der dort eine weithin geschätzte Choralschola leitet, und der Kölner Choralexperte Thomas Höfling wollen im Pfarrzentrum an der Baldurstraße 24 auch Neulingen einen Eindruck von der Schönheit des gregorianischen Chorals vermitteln. Notenkenntnisse sind hilfreich, aber nicht Voraussetzung.

Das Programm umfasst eine Einführung in die spezielle Notation und die Geschichte des Chorals. Dazu gibt es Klangbeispiele, die einen ersten akustischen Eindruck vermitteln. Anschließend wird geprobt - doch keineswegs ohne Aufführungsziel. In der Abendmesse um 18.30 Uhr werden nämlich die Früchte des Singens geerntet.

Anschließend gibt es in St. Benediktus das Konzert "Choral meets Jazz", bei dem neben der Schola auch die großartigen Jazzer des Sebastian-Gahler-Trios mitspielen werden. Es kommt also zu einem interdisziplinären Dialog, wobei die Nähe der Kunstformen Choral und Jazz größer ist, als man denkt. Auch der Choral hat ja kein starres metrisches Schema, sondern ist sozusagen eine Zeitkunst, in der es auch improvisatorische und variable Muster gibt.

Wer nicht selbst mitsingen möchte, aber den Choral liebt, der muss also am 3. Dezember in den Düsseldorfer Westen kommen.

Info Anmeldung unter zimmer.heerdt@ t-online.de oder Telefon 0211 503824

Quelle: RP
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