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Düsseldorf
Energiegeladene Pop-Amazone

Düsseldorf. Seit Erscheinen ihres ersten Albums ging es für die Sängerin Jessie J schnell nach oben. Sie ist eine jener Künstlerinnen, denen ein Mix aus Selbstbewusstsein und Verletzlichkeit gelingt. Am 15. Februar kommt sie nach Düsseldorf. Von Carolin Skiba

"Bang Bang" lautet der Titel eines Jessie-J-Songs. "Bang Bang" könnte aber auch das Motto sein, unter dem die Karriere der britischen Sängerin seit Veröffentlichung ihres ersten Albums "Who You Are" verlaufen ist. Seitdem ging es für Jessie J, die als Jessica Ellen Cornish geboren wurde, rasened schnell nach oben. Am 15. Februar wird die 27-Jährige in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle erwartet. Mit ihrer Energie schafft sie es, die komplette Halle mitzureißen, das weiß man von vergangenen Konzerten. Jeder, der schon mal eine Show der Künstlerin besucht hat, weiß, dass sie den Kontakt zum Publikum sucht und nicht abgeschottet von ihm ihr Programm durchzieht.

Mit schrillen Outfits, aufreizenden Posen und einer "Ich mach, was ich will"-Attitüde reiht sich Jessie J in die Riege der Sängerinnen ein, zu denen auch Rihanna, Katy Perry, Rita Ora oder Lady Gaga zählen. Sie alle ändern in kurzen Intervallen immer wieder ihr Erscheinungsbild, sind experimentierfreudig und vor allem selbstbewusst. Und damit Vorbild für eine ganze Generation junger Mädchen, die gern genauso rotzfrech und erhobenen Hauptes durch die Welt laufen würden.

Dass auch Jessie J für ihre Fans zu einem solchen Idol wurde, liegt neben ihrem Auftreten natürlich auch an der Musik. Popsongs mit R'n'B-Elementen, kräftig und melodisch, nach allen Regeln der modernen Popmusik produziert. Themen wie Mobbing oder die eigene Vergangenheit werden darin verarbeitet. Weil Jessie J aber zwischen all den herausfordernden Hits auch immer mal wieder leisere, verletzlichere Töne anschlägt, gelingt ihr die Balance zwischen riesengroßem Ego und menschlicher Nahbarkeit. Eben das, was sie für ihre Fans greifbar macht.

Das Ego, ob echt oder nur für die bunten, durchchoreographierten Musikvideos und Bühnenshows inszeniert, kommt allerdings nicht von ungefähr. Bevor 2011 das erste Jessie J-Album erschien, das nur kurze Zeit später mit Platin ausgezeichnet wurde, hat die Künstlerin mit den markanten Gesichtszügen schon Songs für die ganz Großen geschrieben - unter anderem für Alicia Keys, Chris Brown, Christina Aguilera, Justin Timberlake und Miley Cyrus. Dass sie sich einmal selbst die Lieder auf den Leib schneidern würde, war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Viel Zeit. Denn bis es zum kommerziellen Durchbruch kam, dauerte es.

Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelte sie mit elf Jahren, als sie im Andrew Lloyd Webber-Musical "Whistle Down The Wind" im Londoner West End mitwirkte. Ein Studium an der renommierten Brit School folgte. Schon Adele oder Amy Winehouse haben dort gelernt.

Der erste Plattenvertrag ließ nicht lange auf sich warten, damals allerdings noch gemeinsam mit der Girlgroup Soul Deep. Erfolge feierte die Band nicht - das Label ging vor einer ersten Veröffentlichung insolvent. Der nächste Rückschlag auf dem Weg nach oben kam in Form eines leichten Schlaganfalls, von dem sich die Künstlerin aber schnell erholte. 2008 ging Jessie J schließlich mit Stars wie Macy Gray, Sugarbabes, Chris Brow oder Cyndi Lauper auf Tour durch Großbritannien. Damit rückte sie in den Fokus der richtigen Strippenzieher - mittlerweile hat sie einen Plattendeal bei Universal.

Sechs Jahre dauerte es, bis "Who You Are" erschien. Die erste Singleauskopplung zeigte gleich, dass die Welt für Jessie J bereit war. "Do It Like A Dude" stieg sofort auf Platz zwei der britischen Single Charts ein. Die zweite und in Deutschland vielleicht bekannteste Single "Price Tag" erreichte die Spitze der Charts. "It's not about the money, we don't need your money, we just wanna make the world dance, forget about the price tag", singt sie in dem Lied, das im Radion am Tag gefühlte 20 Mal gespielt wurde. Eine entspannte Nummer darüber, dass Geld im Leben nicht alles ist, so simpel und doch so treffend komponiert, dass sie scheinbar gleich nach dem ersten Hören im Kopf stecken bleibt. Es folgten zwei weitere Alben, zuletzt Sweet Talker, das im Oktober 2014 erschien. Darauf zu finden sind auch Kooperationen mit anderen Künstlern. Zum Beispiel mit zwei weiteren Stars der Stunde: Nicki Minaj und Ariana Grande. Klar, dass aus dieser geballten "Girlpower" ein Ohrwurm wie "Bang Bang" hervorgegangen ist. Ein Song, der vor lauter Selbstbewusstsein und Energie fast zu explodieren scheint.

Quelle: RP
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