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Düsseldorf
Es gibt kein Richtig oder Falsch, Oben oder Unten

Düsseldorf. Die Schau "Church Drawings" im Museum Kunstpalast gibt Einblicke in das Werk des Bildhauers David Rabinowitch. Von Saskia Nothofer

Bei den Werken des postminimalistischen Bildhauers David Rabinowitch trifft mittelalterliche Architektur auf moderne Bildhauerei. Konkret waren es romanische Kirchen, die den 1943 geborenen Kanadier derart fasziniert haben, dass sie ihn zu einer Vielzahl seiner Werke inspiriert haben.

Drei seiner Skulpturen sind nun in der Sammlung Kemp des Museum Kunstpalast zu betrachten. Den Kern der Ausstellung bildet jedoch etwas anderes: die "Church Drawings". Dabei handelt es sich um ein 180 Arbeiten umfassendes Konvolut von Zeichnungen romanischer Kirchen, die der Künstler während seines Aufenthalts in Köln in den 1970er Jahren geschaffen hat. "Rabinowitch zeichnet nicht, was er sieht, sondern er gibt fragmentarische Strukturen vor, um das von ihm Wahrgenommene zu abstrahieren", erläutert Kay Heymer, Kurator der Ausstellung.

Der Bildhauer, der sich auch intensiv mit Literatur und Philosophie befasst, lässt verschiedene Denkströme in seine Kunstwerke einfließen. Seine Zeichnungen ermöglichen somit die Reflexion des Wahrnehmungsprozesses. Wer seine Werke betrachtet, der begreift sein Sehen als eine aktive, analytische Tätigkeit. ",Construction of vision' lautet die Kernaussage für das Schaffen Rabinowitchs", so Heymer. "Maß, Komposition und Konstruktion spielen dabei eine maßgebliche Rolle."

Neben den Skulpturen und den im Mittelpunkt stehenden 171 "Church Drawings" werden weitere Arbeiten des Künstlers in der Ausstellung präsentiert. Zu sehen sind teils großformatige Zeichnungen aus anderen Werkgruppen, eine Wandarbeit sowie Arbeitsskizzen, Pläne und Schablonen für Skulpturen. Auch in ihnen wird der Transformationsprozess von dem, was Rabinowitch sieht, zu dem, was er zeichnet, deutlich. Es gibt kein Falsch oder Richtig herum, kein Oben oder Unten. Die Zeichnungen als Vorlage für das Objekt sind konzipiert wie die plastische Skulptur, die nach ihrem Vorbild entstehen soll: von allen Seiten zugänglich und zu betrachen.

Anlässlich der Rabinowitch-Ausstellung werden die "Church Drawings" zudem in einem begleitenden Buch dokumentiert. Die Texte dazu liefern Beat Wismer, Generaldirektor des Museums Kunstpalast, Kurator Stephan von Wiese sowie der Sammler Willi Kemp.

Die Sammlung kann noch bis Sonntag, 24. Januar 2016, während der Öffnungszeiten des Museums Kunstpalast besucht werden: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Montag geschlossen, Feiertage 11-18 Uhr, Weihnachtsfesttage und Neujahr 13-18 Uhr, Heiligabend und Silvester geschlossen. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt vier Euro, für Kinder von sieben bis 17 Jahren ein Euro, Kinder bis sechs Jahre zahlen keinen Eintritt.

Quelle: RP
 
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