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Düsseldorf
Die Zeit ist reif für Family 5

"Family 5" feiern mit "Was zählt" Comeback
Die Band Family 5, oben von li. nach re.: Markus Türk, Peter Hein, Ferdi Mackenthun, unten li. nach re.: Simon Heinen. Martin Graeber, Xao Seffcheque. FOTO: Ekki Maas
Düsseldorf. Zwölf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum feiern die Düsseldorfer Soul-Punker mit "Was zählt" ein Comeback. Von Andreas Huber

Unverhofft kommt gelegentlich. Diese Kalenderblattweisheit hat sich vor etwa einem Jahr für die legendäre Düsseldorfer "Tanzkampfkapelle Family 5" (Wiglaf Droste) bewahrheitet. Seinerzeit weilten Peter "Janie" Hein und Xao Seffcheque, die beiden treibenden Family- 5-Kreativkräfte, zur Sommerfrische in Italien. Man lässt es sich im Unruhestand gut gehen, doch einer hat vergessen, sein Mobiltelefon auszuschalten. Als eine Hamburger Vorwahl klingelt, meldet sich das in den letzten Jahren angenehm umtriebige Tapete-Label und bittet spontan um eine neue Family-5-Platte. Und das keine drei Jahre nach der fabelhaften Family-5-Werkschau "Hunde, wollt ihr ewig leben?", die man durchaus als würdiges Abschiedsalbum der bekennenden Fortuna-Fans verstehen konnte. Vielleicht sogar sollte, denn ein Family-5-Tribute-Album ("Die Zeit ist reif ...") hatte es ja schon gegeben.

Nach kurzem Zögern sind Hein, der auch schon mit den "Fehlfarben" ein Album für die hanseatische Plattenfirma aufgenommen hat, und der hauptberufliche TV- und Kino-Drehbuchautor Seffcheque bald Feuer und Flamme. Dabei haben sie nicht einen einzigen fertigen Song in der Hinterhand. Aber bis Weihnachten sind mehr als ein Dutzend neue Lieder geschrieben. Am Ende werden es 18 Songs sein, von denen es 13 auf das erstaunlich abwechslungsreiche Album "Was zählt" schaffen.

Der auch als beinharter Hobby-Kicker bekannte Xao Seffcheque äußert sich diesbezüglich zufrieden: "Auf 'Was zählt' gibt es klassische Family-5-Songs, die man sofort mit uns identifiziert. Aber eben auch Stücke, die auf den bisherigen Alben in dieser Stilistik so nicht auftauchten.

Die Produktion des erst fünften Family-5-Studioalbums übernimmt im Frühjahr 2016 Ekki Maas (Erdmöbel, Peter Licht), der den klassischen Family-5-Klang entrümpelt, aufräumt und verdichtet. "So gut war unser Sound seit "Die neueste Terroridee des verrückten Oberst" nicht mehr", zeigt sich Seffcheque beeindruckt, "und dabei hat Ekki die Grundidee und die Prämisse nicht nur belassen, sondern auch noch hervorgehoben. Außerdem hat er Janies Stimme nicht gezähmt oder gebändigt, sondern konzentriert."

Die sloganartigen Texte von Sänger und Wahl-Wiener Peter Hein, der vom deutschen Pop- und Rock-Feuilleton schon vor Jahren mit Fug und Recht als einzig wahrer deutscher Rocksänger gefeiert wurde, wischen alle Restzweifel beiseite. Von Altersmilde keine Spur, auch wenn nicht immer die Dynamik der schnellen 80er Jahre erreicht wird. Auch der mit diesen Bedenken konfrontierte Seffcheque lässt keine Zweifel aufkommen: "Wenn das Album altersmild geworden wäre, hätten wir es nicht veröffentlicht, sondern die Aufnahmen eingestampft. Die Devise war: keine Kompromisse! Zumindest keine, die wir nicht bewusst eingehen."

So klingen die ohnehin berühmten Bläser der Düsseldorfer Soul-Punker auf dem neuen Album dringlicher denn je. Family-5-Urgestein Markus Türk an der Trompete und sein Saxofon-Pendant Martin Graeber spielen einfach überragend, während die solide Rhythmussektion mit Ferdi Mackenthun am Bass und Simon Heinen am Schlagzeug für ein funkiges Fundament sorgt.

Das sah wohl auch der selbsterklärte "Geronto-Punk" Peter Hein so, der nach der ersten Listening-Session des final gemixten Albums völlig aus dem Häuschen war und Family 5 endgültig zu "seiner" Lieblingsband erklärte.

Quelle: RP
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