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Gastro-Tipp
Fast alles inklusive auf Japanisch

Düsseldorf. Die "Tokyo Lounge" an der Berliner Allee hat ein besonderes Abrechnungsmodell entwickelt. Die Gäste an einem Tisch können bis zu neun Speisen aussuchen und zahlen einen festen Gesamtpreis. Von Christian Herrendorf

Es gibt in der Düsseldorfer Gastronomieszene Häuser der Kategorie "Müsste man eigentlich mal". Dabei handelt es sich um Restaurants, die von außen so nett/besonders/interessant aussehen, dass man eigentlich mal herausfinden müsste, ob das Kulinarische mit der Innenarchitektur mithalten kann. Teil dieses rheinischen Mythos ist es aber leider auch, dass es aus unerklärlichen Gründen gerne über mehrere Jahre nicht gelingt, den Gedanken in Wirklichkeit zu wandeln.

Zu Restaurants dieser Kategorie gehört beziehungsweise gehörte auch die "Tokyo Lounge" an der Grenze zwischen Friedrichstadt und Düsseldorfer Zentrum. Wann immer man mal über die Corneliusstraße und dann durch die Schikane auf die Berliner Allee fährt, sieht man über den Gewächsen von Gartenkünstlerin Tita Giese im ersten Stock des Eckgebäudes ein Restaurant in vielen Rottönen leuchten. Müsste man eigentlich mal...

So viel sei vorab schon verraten: Die Tester haben das Ende und die Umsetzung des Gedankens nicht bereut. Das hängt schon wesentlich mit der Atmosphäre zusammen. Der urban-lässige Eindruck von unten täuscht nicht, tatsächlich ist dies mal wieder einer der Punkte, wo Düsseldorf echt metropolig ist. Ins entspannte Durcheinander der Gespräche mischen sich muttersprachliches Englisch und noch zwei, drei andere internationale Sprachen, und das, obwohl zum Testzeitpunkt keine Messe in Düsseldorf stattfand. Die modische Palette der Gäste reicht von Turnschuh bis Kostüm, von T-Shirt bis Oberhemd - und keinen stört das andere.

Auch einen wesentlichen Anteil am guten Grundgefühl hat der Service. Obwohl hier eine Variante von "All you can eat" im Mittelpunkt des Speiseplans steht, sind die Kellner ruhig und umsichtig, unsere Kandidaten unter den zwei Dutzend Weinen (die Hälfte davon offen) können sie gut erklären, die Tipps lassen uns zufrieden Richtung "Alles inklusive" blättern.

Die japanischen Gerichte und ihre anders-asiatischen Kumpels auf der Karte lassen sich alle einzeln bestellen und hörbar frisch zubereiten. Preislich entspannter (aber körperlich herausfordernder) wird es für die Gäste, wenn sich die Tischgemeinschaft für das so genannte Fine-Dining-Konzept entscheidet. Dann zahlt jeder einzelne 29,50 Euro für alles, was er isst. Bestellt werden drei Speisen pro Person. Wenn die aufgegessen sind, können die fleißigen Konsumenten die nächsten drei Speisen bestellen, das Prozedere durchlaufen sie bis zu drei Mal oder bis zur persönlichen Kapitulation.

Das Ganze hat durchaus seinen Charme, denn Hunger und die Mal-wieder-Lust auf japanische Küche erledigen ein paar Sushi und Uramaki, anschließend bleiben noch genug Bestellmöglichkeiten für die Experimente. Sashimi kommen auf eindrucksvoll viel Eis, schmecken aber auch vor allem kalt. Die Rolle nach Art des Hauses entwickelt sich nicht nur aus Höflichkeit zu einem unserer Favoriten, dicht gefolgt von Rinderfilet mit geröstetem Knoblauch und Gambas mit einem sehr ordentlichen Wasabi-Schwung.

Fazit: Neun Gerichte sind auch für hungrige Menschen eine Hausnummer. Die Qualität der Speisen ist trotz des Fließband-Konzepts sehr anständig, Service und Atmosphäre die wahren Stärken der Lounge.

Quelle: RP
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