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Gastrotipp
Feines Essen um die Ecke

Düsseldorf. Schon wieder hat Flingern ein neues Restaurant, das sich lohnt: Das "Gill's" belebt das Lokal, das einst die "Erbse" war - und bietet sehr gute Küche. Von Arne Lieb

Der hinterste Teil von Flingern in Richtung Hellweg schien für lange Zeit auch gastronomisch von der rasanten Entwicklung des Viertels abgeschnitten. Durch die kürzlich gebauten Wohnungen an der Schwelmer Straße und das nahe Großprojekt Grafental ist neue, zahlungskräftige Kundschaft da - und gastronomisch hat bereits das "Chrystall" dieses Stück jenseits der Flurstraße zurück auf den Stadtplan geholt.

Nun gibt es noch einen weiteren Grund, dort einen Abend zu verbringen: Das kleine Ladenlokal, das sich direkt neben dem "Chrystall" um die Ecke im Einbahnstraßen-Stück der Flurstraße versteckt, hat einen neuen Betreiber. Der heißt Gill, hat seinen Laden folgerichtig "Gill's" genannt - und tritt das Erbe der legendären "Erbse" und zuletzt der "Franse" an.

Gill und die Köche Carlo Stumpf und Alex Sewell haben eine lange und bunte gastronomische Erfahrung mit Aufenthalten in London und Australien vorzuweisen und sich für das Restaurant offenbar einiges vorgenommen. Die Karte ist ambitioniert, deutet Einflüsse quer über die Weltkugel an und ist im Vergleich zu den meisten Restaurants der Gegend eher hochpreisig. Es gibt Fleisch und Fisch und eine große Auswahl an besonderen Vorspeisen, die bereits erahnen lässt, dass das kein Restaurant ist, das seine Gäste schnell entlassen möchte.

In diesem Fall passt das handwerkliche Können in der Küche erfreulicherweise zu den Ansprüchen - das "Gill's" bietet wirklich die starke Küche, die es erhoffen lässt. Das Flapsteak (23,90 Euro), für das wir uns entschieden haben, kommt mit vielen Komponenten. Auf dem Teller befinden sich Polenta-Sticks (sehen aus wie Fischstäbchen) und ein Sellerie-Kartoffel-Püree, dazu Zuckerschoten und ein Pesto. Alles ist auf den Punkt zubereitet, der Teller funktioniert auch in der nicht alltäglichen Kombination hervorragend. Das galt auch schon für das asiatisch angemachte Thunfisch-Tartar (14 Euro), das wir als Vorspeise gewählt haben.

Gill ist der Chef im kleinen Gastraum, den er in dezentem Grün hat streichen lassen. Es gibt nur eine handvoll Tische, die Stimmung ist familiär. Er bleibt mit den Gästen in Kontakt, lacht gern - und beantwortet Gästen auch alle Fragen zum Essen, zum Beispiel die, was noch mal gleich ein Flapsteak war: ein zartes Stück Fleisch aus der Rinderflanke.

Auf der Tageskarte steht auch häufig ein Fisch im Ganzen, in unserem Fall ein Wolfsbarsch (21,90 Euro), der mit Pommes Frites kommt und zart zubereitet ist. Zum Konzept gehört auch eine ausgesuchte Auswahl an Weinen, die ebenfalls dazu beitragen, dass man hier sehr gut sehr lange sitzen bleiben kann. Alle weißen Sorten kommen aus Deutschland.

Die Karte haben die Verantwortlichen flexibel angelegt, die hier empfohlenen Speisen dürften sich also schon nicht mehr darauf befinden. Rund die Hälfte der Gerichte soll sich in jedem Monat ändern, dazu kommt eine Tafel mit Wochen- und Tagesgerichten. Der im Juli gestartete Laden bietet bislang nur einen Betrieb am Abend, will das aber in einigen Wochen ändern. Gill kündigt an, man werde dann auch besonderes, kreatives Frühstück anbieten.

Quelle: RP
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