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Düsseldorf
Festival für junge Theaterbesucher

Düsseldorf. Für Dramaturgin Lisa Zehetner gibt es keine strikten Regeln, was "gutes" Kinder- und Jugendtheater ausmacht. Für Zehetner gelten die gleichen Kriterien wie fürs Erwachsenentheater. "Es sollte ein Forschungsziel geben und den Darstellern ein Anliegen sein, ihr Können zu zeigen", sagt die 29-Jährige. "Diese Ernsthaftigkeit erwarte ich auch im Kinder- und Jugendtheater." Einen besonderen Duktus brauche es nicht. Die Themen sollten alltäglich und gesellschaftlich relevant sein. Nach diesen Kriterien hat Zehetner, die seit 2011 die Kinder- und Jugendprojekte des Forums Freies Theater (FFT) verantwortet, fünf Stücke fürs "Spielarten"-Festival ausgesucht, die ab heute und bis 6. Oktober zu sehen sein werden. Von Jessica Balleer

Das Theaterfestival ist ein vom Land gefördertes Projekt. Veranstaltungshäuser aus neun Städten in NRW zeigen von September bis November ein gemeinsam ausgewähltes Programm.

"Wir geben die Bühnen eine Woche lang frei und machen gutes Theater für Vier- bis Elfjährige und für Familien", sagt Zehetner. Zu ihren Favoriten gehört das Jahrzehnte alte Märchen "Die Wundermauer" (3. Oktober, 16 Uhr). Darin umzäunt ein Herrscher seinen Besitz mit einer Glasmauer. "Die Wundermauer scheint unüberwindbar, bis ein Kind kommt und einfach einen Stein dagegen wirft", erzählt Zehetner. Für sie sind Fragen rund um Macht, Individuum und Eigeninitiative auch heute aktuell.

Beim Festival zu sehen sein werden viele Stücke, die politisches Bewusstsein wecken und zugleich unterhalten sollen. "Spielarten" meint aber auch die unterschiedlichen Mittel, die eingesetzt werden. Während "Die Wundermauer" mit nur einem Schauspieler, zwei Lampen und einem Stein inszeniert wird, stehen beim Festival-Auftakt mit "Königin Gisela" (heute, 10 Uhr) drei Darsteller auf der Bühne.

"Griff, der Unsichtbare" (29. September, 10 Uhr) handelt von einem schikanierten Arbeiter, der nachts zum Superhelden wird, "Stadt Land Baum" (5. Oktober, neun und elf Uhr) handelt von der Freundschaft zwischen Mortel und Fiete, die durch Mortels plötzliches Verschwinden abrupt endet. "Die Prinzessin kommt um vier" (6. und 7. Oktober, elf bzw. zehn Uhr) erzählt von einer Hyäne, die in Wahrheit eine verzauberte Prinzessin ist.

Wie das ankommt, wird sich laut Zehetner schonungslos zeigen. Kinder seien das ehrlichste Publikum überhaupt: "Sie verfolgen alles genau und täuschen keine Höflichkeit vor, wenn es Anschlussfehler gibt."

Quelle: RP
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