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Veranstaltungs-Tipps
Flamenco-Festival im Tanzhaus NRW

Düsseldorf. Im Mittelpunkt stehen der moderne Flamenco-Tanz in seinen vielfältigen Ausdrucksformen und zahlreiche Workshops. Von Julia Brabeck

Das Flamenco-Festival des Tanzhaus NRW gilt als eines der größten Gipfeltreffen für modernen Flamenco-Tanz außerhalb Spaniens. Vom 18. bis 28. März, also in den Osterferien, präsentieren Künstler der aktuellen Flamenco-Szene ein vielfältiges Programm aus sechs Bühnenstücken, darunter zwei Uraufführungen und zwei Deutschlandpremieren. Bei vielen Stücken wird eine Einführung in das Werk geboten und nach der Vorstellung ein Publikumsgespräch geführt. Zusätzlich zum Bühnenprogramm mit viel Live-Musik widmen sich 18 internationale Dozenten in 25 Workshops dem Tanz, Gesang und Rhythmus des Flamenco. Tanzbegeisterte können also selbst an Haltung, Schritten, Handgelenk- und Hüftschwüngen arbeiten.

Eröffnet wird das Festival am Freitag, 18. März, um 20 Uhr von der spanischen Kompanie Estévez/Paños, die zu den renommiertesten Gruppen des modernen Flamenco gehören. In der Deutschlandpremiere von "Danza 220V" verschmilzt ihr Tanz mit den elektronischen Klängen des Avantgarde-Elektro-Musikers Artomático. Das Stück taucht ein in die traditionelle Welt des Flamenco und findet, auch durch die eindrucksvolle Stimme der Sängerin Sandra Carrasco, dennoch eine zeitgenössische Sprache.

Am Samstag, 19. März, um 20 Uhr präsentiert Leonor Leal die Weltpremiere von "Frágil". Die spanische Tänzerin und Choreografin, die mit ihren experimentierfreudigen Arbeiten als eine der talentiertesten Flamencotänzerinnen gefeiert wird, setzt sich mit ihrer Haltung als Künstlerin auseinander, die sich zwischen den Dogmen des Flamenco und der Moderne neu verorten muss. Die Produktion entsteht in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Komponisten Michio Woirgardt, der einen elektronischen Soundteppich live kreiert.

Am Sonntag, 20. März, um 20 Uhr zeigt die Berliner Tänzerin Anna Natt, die als Newcomer des modernen Flamenco-Tanzes gilt, ihr Werk "Uro". In ihrem Solo setzt sie sich mit dem Stierkampf auseinander, den sie auf einzelne Elemente, Körperhaltungen und Bewegungen und somit auf ein Minimum an Tanz und Rhythmus reduziert. Indem sie sich beide Rollen aneignet, die des Stieres und die des Stierkämpfers, verwischt sie die Grenzen zwischen Mensch und Tier.

Am Donnerstag und Karfreitag, 24. und 25. März, um jeweils 20 Uhr zeigt die spanische Tänzerin Rocío Molina mit "Afectos" ihre Zusammenarbeit mit der Autorin und Sängerin Rosario "La Tremendita". Die beiden starken Künstlerpersönlichkeiten erforschen den Flamencotanz in seiner Essenz, begleitet vom Kontrabassspiel des Musikers Pablo Martín.

Am Samstag und Sonntag, 26. und 27. März, um jeweils 20 Uhr ist Farruquito mit der Deutschlandpremiere von "Farruquito" erstmals zu Gast im Tanzhaus NRW. Der spanische Flamencokünstler schlägt in seinem Solo leise Töne an. Gemeinsam mit fünf Musikern lässt er eine besondere, fast intime Atmosphäre entstehen. Am Samstag wird um 19 Uhr die Fachjournalistin Susanne Zellinger einem Vortrag über die Tänzer-Familie Farruco halten, die aus Farruquito stammt.

Am Ostermontag, 28. März, um 20 Uhr zeigt Cristina Hall die Uraufführung von "Translúcido". Die amerikanische Tänzerin und Choreografin, die seit vielen Jahren erfolgreich im spanischen Sevilla arbeitet, untersucht, wie jeder Performer sich den traditionellen Flamenco-Tanz in seiner vermeintlichen Regelhaftigkeit ganz persönlich zu eigen macht.

Quelle: RP
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