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Düsseldorf
Frauenschwarm auf Motivsuche

Düsseldorf. Schauspieler Andreas Elsholz gastiert in der Komödie. Auch seine Fotografien sind dort ausgestellt. Von Dorothee Achenbach

Schauspieler, Sänger, Autor, Regisseur, Fotograf - Andreas Elsholz vereinigt viele künstlerische Talente in sich. Zur Zeit lässt er in der Komödie in der Steinstraße in dem Stück "Mein perfekter Partner" Frauenherzen höher schlagen - und das nicht nur auf der Bühne.

Nicht umsonst fehlt in kaum einer Beschreibung des beliebten Stars aus fast 1000 Folgen "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" die Bezeichnung "Frauenschwarm". Verheiratet ist er seit 14 Jahren mit der Kollegin Denise Zich. Doch neben der Schauspielerei beschäftigt den gebürtigen Berliner eine andere große Leidenschaft: die Fotografie. "Seit meinem zwölften Lebensjahr experimentiere ich mit der Kamera, habe in meiner Freizeit stets viel fotografiert", sagt der 43-Jährige im Gespräch. Es war sein Großvater, der ihm zur Einschulung den ersten Fotoapparat schenkte - eine Praktica.

Besonders geprägt hat ihn einer der ganz Großen der Branche: Peter Lindbergh. "Ich durfte einmal bei einem Shooting mit ihm zusammenarbeiten. Seine Professionalität, seine Bodenständigkeit und sein ehrlicher Look haben mich sehr beeindruckt", so Elsholz. Das Engagement für die Fotografie geht bei dem sympathischen Multitalent weit über ein Hobby hinaus - auch im Ergebnis. Er stimmt dem Bauhaus-Künstler Lyonel Feininger zu. Dieser sagte, dass die Bildsprache der Fotografie die einzige Sprache ist, die überall auf der Welt verstanden werden kann.

In diesem Frühjahr eröffnete in Hamburg Andreas Elsholz' zweite Ausstellung - und er wurde zum ersten Künstler, dessen Werke die Google-Zentrale in Hamburg ankaufte. Auch ein berühmtes Luxushotel begeisterte sich für seine Bilder. Auf diese Anerkennung ist er stolz. Die Motive findet er im Alltag, auf Reisen, bei Streifzügen durch Städte oder in der Natur.

Für ihn müssen sie in ihrem Lichtspiel, ihren Kontrasten und Strukturen eines haben: einen magischen Moment, den er festhalten möchte. Es können Fische in einem Teich sein, Abendstimmungen am Meer, Verkehrstunnel, Hafenszenen, Wälder, Dachlandschaften. Elsholz lässt die Fotos auf Acrylglas oder teils gebürstetem Aluminium entwickeln, so dass ganz besondere, den Betrachter herausfordernde Effekte entstehen. Irisierender Schimmer und matter Glanz werden in den Aufnahmen zu abstrahierenden Elementen, ohne das abgelichtete Motiv zu verschleiern. Unterschiedliche Belichtungszeiten und - wie er sagt - "ein paar Tricks" führen zu weiteren, geheimnisvolle Elementen. So gelingt es seinen Arbeiten, diesen magischen Moment an den Betrachter weiterzutransportieren.

Seine Faszination für das Medium erklärt der Vater eines Teenagers so: "Auf der Bühne oder am Filmset bin ich kleines Rädchen in einem Team von vielen - Regisseur, Beleuchter, Kollegen, Tontechniker. Wenn eines ausfällt, funktioniert das Ganze nicht mehr. Auch stehe ich vorne im Rampenlicht. Bei der Fotografie trete ich jedoch hinter der Kamera zurück und bin dennoch ganz selbstbestimmt. Ich bin dann ganz bei mir und genieße diese Zeit."

Ebenso bedeutsam ist für ihn die Unwiederbringlichkeit eines Fotos. Es hält einen Augenblick fest, den es so nie wieder geben wird. Schon Sekunden später sieht alles anders aus. In der Cafeteria der Komödie sind einige seiner Arbeiten zu sehen. Auf der Bühne steht Elsholz dort noch bis 19. November.

Quelle: RP
 
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