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Düsseldorf
Gefangenenchor? Peter Maffay? Hier ist alles erlaubt

Düsseldorf. Im "Theaterchor" des Schauspielhauses darf auch das Publikum mitsingen. Den nächsten Abend gestaltet Teresa Zschernig. Von Regina Goldlücke

Wenn im Schauspielhaus-Programm der "Theaterchor" angekündigt wird, horchen bisher nur Eingeweihte auf und freuen sich auf ein besonderes Erlebnis. Alle anderen sind bar jeder Ahnung, was sich dahinter verbirgt - und was sie dabei verpassen. "Wir singen und reden und trinken ein bisschen", so umschreibt Katrin Lorenz in aller Bescheidenheit das "musikalische Poesiealbum".

Die Theaterpädagogin verantwortet Idee, Entwicklung und Organisation der vergnüglichen Reihe, die ab 2016 einmal monatlich im Theatermuseum stattfindet. Ursprünglich war geplant, dass einzelne Schauspieler ihre musikalischen Favoriten vorstellen, dabei sollte ihre Biografie der rote Faden sein. "Daraus wurde dann schnell ein anregendes, interaktives Projekt, bei dem alle ihren Spaß haben", erzählt Katrin Lorenz. Anfangs musste sie noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten: "Die Schauspieler klagen immerzu, sie könnten nicht singen, aber dann können sie es doch." Und wie kommt der Chor mit dem Publikum zustande? "Alle ausgewählten Texte werden zum Mitlesen gut sichtbar über einen Beamer projiziert, ähnlich wie beim Karaoke." Nach dem gelungenen Auftakt mit Moritz Führmann öffneten bisher schon Anna Kubin, Heisam Abbas und andere aus dem Düsseldorfer Ensemble ihre persönliche Schatzkiste der klingenden Erinnerungen. Bei der kommenden Veranstaltung am 24. Februar steht die Tänzerin und Schauspielerin Teresa Zschernig im Mittelpunkt, zuletzt als "Der kleine Muck" und in "Pinocchio" zu Gast am Jungen Schauspielhaus. Am 23. März kommt der durch TV-Serien bekannte Matthias Fuhrmeister ("Sekretärinnen").

Musikalischer Leiter des Theaterchors ist Klaus-Lothar Peters. "Willkommen sind bei uns alle, die gerne gemeinsam singen und keine Angst vor falschen Tönen haben", sagt Katrin Lorenz und stellt ausdrücklich klar: "Wir verfolgen keinerlei didaktischen Anspruch." Das Repertoire? Querbeet. Meistens sind Lieder aus der Kindheit dabei, ulkige Jugendsünden (Führmann bekannte sich zu einer Peter-Maffay-Schnulze) oder prägende Titel aus der Zeit der Schauspielschule. "Wir hatten aber auch schon den Gefangenenchor aus ,Nabucco'", sagt Lorenz. Doch so schön und lustvoll das Projekt ist - sie begleitet es nicht ohne Sorgen. "Auch mein Vertrag am Schauspielhaus wird nicht verlängert. Es wäre ein Jammer, wenn der Theaterchor deshalb sterben würde."

Info Wer am 24. Februar von 19 bis 20.30 Uhr im Theatermuseum mitsingen will, sollte sich bitte anmelden: Tel. 8523402 oder katrin.lorenz@duesseldorfer-schauspielhaus.de

Quelle: RP
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