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Düsseldorf
Gesucht: Politiker mit Visionen zur Kultur

Düsseldorf. Auch wenn das Schauspielhaus derzeit die höchsten Wellen schlägt: Es gibt bekanntlich noch andere kulturpolitische Baustellen in Düsseldorf. Gregor Jansen, Leiter der Kunsthalle, nahm die Finissage der Ausstellung "Schaf und Ruder / Wool and Water" gestern zum Anlass für ein weiteres Podiumsgespräch mit Künstlern und Vertretern der Politik. Zumal sein Haus gemeinsam mit dem "KIT" ebenfalls im Blickpunkt der Kulturentwicklungsdebatte steht. Gemeinsam mit dem Künstler Mischa Kuball, der Künstlervertreterin im Aufsichtsrat, Andrea Mal, sowie der SPD-Ratsfrau Cornelia Mohrs ging es um die Frage, wie ein schuldenfreier Haushalt und eine blühende städtische Kulturlandschaft denn zusammenpassen. Auch der Plan aus dem Rathaus, mehrere Museen unter eine Generaldirektion zu "pressen", fand in der Runde keine Fürsprecher. Im Gegenteil: Als "Labor" für neue Entwicklungen lobte Kuball die Eigenständigkeit der Kunsthalle, die im nächsten Jahr ihren 50. Geburtstag feiert.

Gleich zu Anfang gab es von ihm dazu ein kleines Happening. Eine reservierte Fläche wurde von ihrer Absperrung befreit, und dann hieß es: "Ich bitte alle, diesen Raum jetzt zu besetzen." Unter lebhafter Teilnahme aus dem Publikum erinnerte man an die Vorschusslorbeeren für den Oberbürgermeister Thomas Geisel. Und beklagte umso heftiger eine ihm unterstellte Tendenz zur "Ökonomisierung des kulturellen Tafelsilbers". Nicht ganz einig wurde man sich in der Frage, ob der Gesprächsfaden zwischen den Kulturschaffenden und dem ersten Bürger der Stadt bereits endgültig gerissen sei. Den längsten Beifall erntete die Frage: "Wo sind in Düsseldorf die Politiker mit Visionen?"

Claus Clemens

Quelle: RP
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