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Jörg Lensing
"Globalisierung erhöht den Leistungsdruck"

Düsseldorf. Das Theater der Klänge feiert im Januar mit seinem Tanzabend "Kontraste" Premiere. Die Choreographie stammt von Jaqueline Fischer. Produzent Jörg Lensing hat mit uns über die Inszenierung gesprochen. Von Saskia Nothofer

"Kontraste" ist ein weiter Begriff. Um was geht es in dem Stück?

Lensing Im Vordergrund stehen die Kontraste zwischen alt und neu, zwischen modern und traditionell in Bezug auf die kulturelle Herkunft unseres Ensembles. Gerade in Zeiten der Globalisierung gehen diese Pole immer weiter auseinander. Die kulturelle Herkunft geht quasi auf in der Globalisierung, wird von ihr förmlich verdrängt.

Wie setzen Sie das um?

Lensing Moderne Rhythmen und elektronische Klänge werden älterer Musik und traditionellen Tänzen gegenübergestellt. Einer unserer Tänzer stammt beispielsweise aus dem Kongo. Die kulturellen Traditionen seiner Herkunft stehen in krassem Kontrast etwa zu dem Streetdance aus den USA.

Aus welchen weiteren Staaten stammen die Darsteller?

Lensing Wir sind eine sehr internationale Gruppe. Nur unsere Sängerin kommt aus Deutschland. Neben dem erwähnten Tänzer aus dem Kongo stammt ein weiterer aus Japan, und unsere Tänzerinnen kommen aus Griechenland, Chile und den USA.

Die Tänzerin aus den USA ist an Multipler Sklerose (MS) erkrankt und hat damit eine besondere Bedeutung für das Stück.

Lensing Sie verkörpert die Metaebene unseres Tanzabends. Denn mit der Globalisierung wird auch der Leistungsdruck auf die Menschen enorm erhöht. Und das wollen wir ebenfalls darstellen. Denn die Leistungsgesellschaft, in der wir leben, schließt Menschen aus, die nicht mithalten können. Eine Tänzerin, die an MS erkrankt ist, kann aber nun einmal nicht mehr so tanzen wie eine gesunde Person.

Was hat es mit der Videoinstallation auf sich?

Lensing Sie ergänzt das szenische Geschehen auf der Bühne. So hört man etwa mittels sogenannter Soundscapes die Unterschiede zwischen den Geräuschen der Natur und denen der Stadt. Das Videomaterial wird auf Fahnen projiziert und zeigt beispielsweise auch ganz verschiedene Kostüme.

INFO Premiere ist am Mittwoch, 13. Januar, im Forum Freies Theater. Weitere Vorstellungen vom 15. bis 17. Januar. Infos unter 87678718 oder www.forum-freies-theater.de.

Quelle: RP
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