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Düsseldorf
Günther Beelitz lässt sich in einem Buch feiern

Düsseldorf. Zwei Protagonisten präsentierten gestern das Buch "Das also bleibt!?" - eine umfangreiche und anschaulich aufbereitete Fotodokumentation der zwei zurückliegenden Spielzeiten am Schauspielhaus. "Wir traten im März 2014 unter nicht so glücklichen Umständen an", sagte der scheidende Intendant Günther Beelitz. "Ich war nicht sehr optimistisch. Doch dann lief es besser als gedacht. Aus der gebückten Haltung wurde ein aufrechter Gang." Geschäftsführer Alexander von Maravic meldete die Fakten: In zwei Jahren stiegen die Besucherzahlen von 147.000 auf knapp 180.000 (plus 22 Prozent). Die Einnahmen steigerten sich von 1,4 Millionen auf 2,15 Millionen (plus 44 Prozent), und die Abonnements weisen mit aktuell 2481 sogar eine Steigerung von 97 Prozent auf. Von Regina Goldlücke

Beelitz erinnerte an die komplizierte Situation durch den Umzug vom Gustaf-Gründgens-Platz ins Central, an die vollständige Räumung des Schauspielhauses und die fröhliche Karawane zum Hauptbahnhof. "Die Spielstätte wird angenommen", sagte er erleichtert, "es gibt hier zwar viel weniger Plätze, aber mehr Zuschauer. Nun, da sich unsere Zeit in raschen Zügen dem Ende zuneigt, ziehen wir eine Bilanz in Bildern."

Das Buch mit Aufnahmen von Theaterfotograf Sebastian Hoppe gibt einen Überblick über alle 56 Premieren und sämtliche Inszenierungen der Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 im Großen und Kleinen Haus sowie im Jungen Schauspielhaus. Es ist ein Geschenk an das Düsseldorfer Publikum und liegt kostenlos zum Mitnehmen an der Theaterkasse im Central aus. Musikalische Erinnerungen gibt es außerdem - die CD "Die Comedian Harmonist" kostet 9,90 Euro.

Mit "Veronika, der Lenz ist da" und "Ein Freund, ein guter Freund" gaben die singenden Schauspieler einige Kostproben und betonten den Zusammenhalt im Ensemble. Viel Zeit in Düsseldorf bleibt Beelitz' Team nicht mehr, die Pläne sind geschmiedet: Moritz von Treuenfels wechselt ans Theater in Potsdam, Heisam Abbas ans Staatstheater Karlsruhe, Dominik Raneburger zieht wie Andreas Helgi Schmid als freier Schauspieler nach Berlin. Benjamin Hoffmann setzt sein Studium an der Folkwang-Schule Essen fort.

Das Lied "Gib mir den letzten Abschiedskuss" nahm Günther Beelitz zum Anlass, das letzte Kapitel in der NRW-Landeshauptstadt einzuläuten: "Eine komplette Neuerung ist immer schmerzlich, aber so ist das Theater." Das (fast ausverkaufte) Fest zum Ende seiner Intendanz am 11. Juni bringt Ensemble und Publikum noch einmal zusammen. An diesem Abend wird auch der Theaterpreis "Gustaf" verliehen.

Quelle: RP
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