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Düsseldorf
Heine-Institut erinnert an Mascha Kaléko

Düsseldorf. Heinrich Heine sah sie als ihren "Urvater", wie er hat sie Zeilen geschrieben, die leicht daherkommen und es doch in sich haben, und wie seine Texte einige Jahrzehnte vorher wurden 1934 die Gedichte Mascha Kalékos in Deutschland verboten. Von ihr, die zu dieser Zeit sehr erfolgreich geworden war, vom Exil der Jüdin und ihrer Nähe zu Heine sprach Jutta Rosenkranz im Heine-Institut: Mit einem Vortrag und Originaleinspielungen erinnerte die Biografin und Herausgeberin einer Gesamtausgabe an die Dichterin. Von Sabine Schmidt

"Bedenkt: den eigenen Tod, den stirbt man nur, / Doch mit dem Tod der andern muß man leben". Diese wahrscheinlich berühmtesten Zeilen Kalékos aus "Memento" ließ Rosenkranz die Lyrikerin selbst sprechen. Diese Worte waren es, die auch sie als Erstes berührt hatten und schließlich zu der intensiven Beschäftigung mit ihr führten. "Vier Jahre habe ich allein an der Gesamtausgabe gearbeitet", erzählte Rosenkranz, nachdem sie Passagen aus ihrer Kaléko-Biografie vorgetragen hatte. Die Autorin vergräbt sich zwar gern in Texte und Archive, sie brennt aber auch für "ihre" Dichterin, und ihre Begeisterung war spürbar, als sie Einblick in das Leben der Frau gab, deren Gedichte mit denen von Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz oder Erich Kästner verglichen wurden.

Auch "Deutschland, ein Kindermärchen", das sich deutlich auf Heines "Wintermärchen" bezieht und eine kritische Auseinandersetzung mit der verlorenen Heimat ist, hatte die Expertin auf einem Tonband dabei, auf dem Kaléko selbst zu hören ist. Das Gedicht stammt aus dem Jahr 1956, als sie für einige Monate aus New York nach Deutschland zurückgekehrt war. Damals brachte der Rowohlt Verlag die beiden Bücher aus der Vorkriegszeit mit ihren Zeitgedichten und der Alltagslyrik wieder heraus, die oft zwischen Witz und Melancholie changieren.

Später erschienen ihre Gedichte in der Düsseldorfer Eremiten Presse. "Zu den beiden Verlegern habe ich während meiner Recherchen natürlich Kontakt aufgenommen", erzählte Rosenkranz. Die "Eremiten" gaben ihr Einblick in ihr Archiv, das sie inzwischen allerdings dem Heine-Institut anvertraut haben - so schloss sich der Kreis für diesen Kaléko-Heine-Abend.

Quelle: RP
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