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Düsseldorf
Iranische Autorin liest im neuen Literaturbüro

Düsseldorf. Schon vor der offiziellen Eröffnung in der kommenden Woche hat sich das Literaturbüro NRW in seinem neuen Domizil und dessen Umgebung eingewöhnt. Es wirkte wie ein symbolischer Akt, dass die erste eigene Veranstaltung als Premierenlesung den Debütroman einer Migrantentochter vorstellte.

Obwohl Shida Bazyar - 1988 in Hermeskeil geboren - ziemlich ungehalten reagiert, wenn man sie immer wieder auf ihre iranische Herkunft anspricht: "In Ländern wie Australien kommt so etwas nicht in diesem Ausmaß vor. Dort ist man Australier, egal wie man heißt oder aussieht."

Schon eher erlaubt ist bei einer 28-Jährigen die Frage nach dem Mut, sich als Romanautorin zu präsentieren. Das Rüstzeug für "Nachts ist es leise in Teheran" hat sie in Hildesheim erworben. Dort studierte sie Literarisches Schreiben, war später Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses und der Heinrich-Böll-Stiftung. "Kann man Schreiben lernen?", wollte Maren Jungclaus bei der Lesung auf der Bismarckstraße wissen. Shida Bazyar hält ihr Studium für gewinnbringend. Es sei vor allem der tägliche Umgang mit Literatur und "literarischem Personal", das den angehenden Autoren auf den Weg helfe. Sie selbst habe aber bereits als Kind - unter dem Einfluss zweier älterer Schwestern - erste Geschichten geschrieben.

Für den Roman, der von Kienheuer & Witsch angenommen wurde, brauchte sie dann doch drei Jahre. Viel Recherche war nötig, um den Beginn der Handlung im Teheran des Revolutionsjahres 1979 anzusiedeln, also beinahe zehn Jahre vor ihrer Geburt in Deutschland. Es ist eine Geschichte von politischer Vertreibung, Flucht und Anpassung in einer neuen Heimat. Sie passt in das Gerhart-Hauptmann-Haus, wo das Literaturbüro ab jetzt seine "neue Heimat" gefunden hat. Claus Clemens

Quelle: RP
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