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Düsseldorf
Isolde Ohlbaum und ihre Bilder der Dichter

Düsseldorf. Die berühmte Fotografin ist derzeit in Düsseldorf zu Gast. Heine-Institut und Schloss Benrath porträtieren ihre Arbeit mit zwei Ausstellungen. Von Claus Clemens

Die Münchner Fotografin Isolde Ohlbaum hat in ihrem Berufsleben viele Schriftsteller kennengelernt. Ihre Porträtaufnahmen von ihnen, darunter nicht wenige Nobelpreisträger, werden im In- und Ausland bewundert. Eine "literarische Ikone der Fotografie" wurde sie genannt. Neben ihrer journalistischen Arbeit sind auch zahlreiche Fotobücher mit sehr unterschiedlichen Motiven entstanden.

Das Heinrich-Heine-Institut und die Stiftung Schloss und Park Benrath zeigen ab heute eine gemeinsame Ausstellung unter dem Titel "Zeitenlese-Lesezeiten". Den Titel kann man umkehren, je nachdem, wo der Besucher zuerst hinkommt. Denn mit "Zeitenlese" beschreibt das Heine-Institut die Ohlbaum-Porträts von 18 Autoren, aufgenommen in jeweils verschiedenen Lebensphasen. Meist sind es zwei Bilder desselben Schriftstellers, doch es gibt auch Vierer-Reihen wie etwa bei Peter Handke, Isabel Allende oder Elfriede Jelinek. Letztere verbat sich nach ihrem 60. Geburtstag jedes weitere Porträtfoto.

Unter den Bildern finden sich Zitate der Autoren zum Thema Literatur oder Lesen. Eines der schönsten stammt von Herta Müller: "Ich hab auch nicht gelernt, wie das Leben geht, noch wie das Lesen geht, noch wie das Schreiben geht. In meinem Fall könnte man statt ,lesen' immer ,leben' sagen, es ändert sich sowieso nur ein Buchstabe."

Im Benrather Schloss geht es dann um "Lesezeiten". Isolde Ohlbaum hat eine Reihe von Menschen fotografiert, die an ganz unterschiedlichen Orten lesen, in geschlossenen Räumen oder in der freien Natur. "Das waren halt Menschen, die mir nicht in die Kamera schauten", kommentiert die Fotografin. Die lesenden Personen bleiben anonym, aber alle waren mit der Veröffentlichung ihres Bildes einverstanden. Auf die entsprechende Frage reagierte einer so: "Wenn Sie meiner Person gerecht geworden sind."

Zur Ausstellungseröffnung gibt es eine Soiree und eine Matinee. Den Beginn macht heute Abend um 19 Uhr das Heine-Institut. Am morgigen Sonntag um 11 Uhr trifft man sich dann im Ostflügel des Benrather Schlosses. Beide Termine werden von unterschiedlichen Jazz-Gruppen begleitet. Und die Fotografin Isolde Ohlbaum wird Interessenten für Gespräche zur Verfügung stehen.

Quelle: RP
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