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Düsseldorf
Junges Schauspielhaus entführt zu Fantasiereisen in fremde Welten

Düsseldorf. Adam trommelt die Zuschauer im Foyer zusammen. Mal benutzt er Tische und Stühle, mal die Wand als Resonanzkörper. Dann nimmt er seinen Koffer, und alle folgen ihm auf seiner Reise in "Adams Welt". Es braucht nicht viele Worte. Tatsächlich fallen bei diesem Stück nur eine Handvoll. Denn "Adams Welt" ist ein Stück für die Allerkleinstem, für Kinder ab zwei Jahren. Da zählen nicht so sehr Sprache, sondern Bilder, Farben, Musik. Und mit diesen nimmt Adam die Zuschauer mit in eine bunte Welt. Er reist in fremde Gegenden voller absonderlicher Gestalten, in den Dschungel und macht noch einen Abstecher in die Unterwasserwelt. Von Marion Meyer

Das Theaterstück von Gregory Caers, das der flämische Regisseur auch selbst inszeniert hat, war bereits beim Festival Szene Bunte Wähne in Österreich und im Grips-Theater in Berlin zu sehen. In Düsseldorf wurde es neu besetzt, und die Schauspieler des hiesigen Ensembles (Alessa Kordeck, Jonathan Gyles, Maria Perlick, Xolani Mdluli) machen es mit Spielfreude und Verwandlungslust zu einem Fest, bei dem die Fantasie auf Weltreise geht.

Mit wenigen Requisiten verwandelt sich die Bühne in immer neue Orte. Inseln aus aufgestellten Papprollen (Bühne: Karel Vanhooren) stellen am Anfang noch Adams Zuhause dar. Die Worte der Eltern ("Du könntest Dein Zimmer mal wieder aufräumen") verhallen, als Adam sich auf die Reise macht. Die Papprollen erweisen sich als multifunktional, mal sind sie Fernrohr, dann wieder Querungshilfe oder Aufbewahrungsbox. In eine Reihe gebracht ergeben sie einen Zaun, liegend ein Floß, das Adam und seine neuen Freunde über einen exotischen Fluss transportiert.

Adam beobachtet zwei Paradiesvögel bei der zugegebenermaßen sehr komischen Balz. Der Liebesakt vollzieht sich allerdings jugendfrei hinter dem Zaun. Das Ergebnis ist ein großes Ei, das aufgebrochen ein kleines Ei in sich birgt, das sich als Rassel entpuppt. Sie bringt die Musik zu den vier Freunden, die daraufhin vierstimmig singen, ein Liedchen ohne Worte, aber mit sehr eingängiger Melodie (Musik: Tanja Pannier), das die kleinen Zuschauer auch nachher gerne noch anstimmen.

Ansonsten sind die Besucher erstaunlich ruhig und aufmerksam und folgen gespannt dem Bühnengeschehen. Einem kleinen Jungen aus der ersten Reihe hält es nicht in seinem Sitz. Er geht immer wieder auf die Bühne. Wie verzaubert steht er selbst mitten im Geschehen, möchte am liebsten mitspielen mit den merkwürdigen, aber lustigen Gestalten. Den Unterschied zwischen Fiktion und Realität versteht er noch nicht. Aber beides erscheint ihm gleichermaßen verlockend.

Info Kartentelefon 0211 36 99 11, Termin: 10. Dezember; Ort: Münsterstraße 446 in Düsseldorf

Quelle: RP
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