| 08.37 Uhr

Düsseldorf
Schräge Band mit gradem Sound

Düsseldorf. Die norwegischen Musiker von Kakkmaddafakka spielten im Zakk. Von Meike Glass

Der Bandname Kakkmaddafakka ist eine Wortneuschöpfung und bedeutet der Band zufolge auf Deutsch so viel wie Partylöwe - und sonst nichts. Wenn das so ist, dann tragen die Norweger diesen Namen zu Recht. Das stellten die sechs Musiker ab dem Moment im Zakk unter Beweis, in dem sie die Bühne betraten.

Ganz egal, ob Sänger Axel Vindenes sein junges und größtenteils weibliches Publikum zum Tanzen, Singen, Springen oder Klatschen auffordert, seine Anweisungen werden sofort und mit großer Freude befolgt. Selten wurde so viel, exzessiv und durchgehend gekreischt, gejubelt und mitgeklatscht wie auf diesem Konzert. Fast jedes Lied wird schon nach den ersten Gitarrenriffs von den Fans erkannt, mit frenetischem Jubel begleitet und textsicher mitgesungen. Auch wenn die Halle nicht ausverkauft ist, wie bei den letzten beiden Konzerten der Band im Zakk, wird man den Eindruck nicht los, in einem randvollen Konzertsaal zu stehen. So warm ist es und so laut.

Diesmal sind Kakkmaddafakka mit ihrem vierten Album "KMF" zu Gast. Auch wenn die neuen Lieder vom Publikum gut aufgenommen werden, merkt man, dass die meisten Fans noch begeisterter hüpfen, wenn Songs von den älteren Alben erklingen. Das mag daran liegen, dass der Sound damals noch eingängiger und spezieller war. Die Lieder des neuen Albums hingegen bieten zwar einen schönen Sommersoundtrack, könnten aber auch der Feder einer anderen x-beliebigen Indie-Pop Band entstammen. Musikalisch ist das zu glatt gebügelt und weniger tanzbar als die älteren Stücke. Es fehlt der gewisse Sound, der die Band so beliebt machte - ein bewusster Genre-Mix aus Pop, Disco, Reggae und Rap, angereichert durch Texte, die sich mit Coming-of-Age-Themen beschäftigen: Mädchen, Liebe, Partys, Coolness. Ein Sound, der dafür gesorgt hat, dass die Band in den letzten zehn Jahren stetig erfolgreicher geworden ist.

Spaß haben Band und Publikum an diesem Abend dennoch. Die Musiker machen Witze, springen selbst wie verrückt über die Bühne, liefern sich Tanzduelle und stehen am Ende des Konzertes teilweise nur noch in Boxershorts bekleidet und mit ihren Gitarren um die Hüften vor ihrem Publikum. Dieses ist nach anderthalb Stunden mindestens genauso fertig wie die Band selbst. Und wahrscheinlich noch ein Stück heiserer.

Quelle: RP
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