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Düsseldorf
Klaus Theweleit über das Zerstörte am Menschen

Düsseldorf. Es braucht starke Nerven, um das auszuhalten, was Klaus Theweleit ("Männerphantasien") in seinem neuen Buch "Das Lachen der Täter" schreibt. Die detaillierten Taten des Anders Breivik, der Mörder der IS, das alles ließ den ein oder anderen fast nach Luft schnappen. Und es dauerte zwei Stunden in der ausverkauften Buchhandlung BiBaBuZe in Bilk, bis der Autor seine Thesen von der inneren Zerstörtheit des Körpers und seines äußeren Panzers dargelegt hatte. Sein nüchternes Fazit: Nicht der Wille, sondern die Haut des Menschen ist unantastbar. Noch unerträglicher ist, dass die fast nur männlichen Täter sich unter Gelächter ihrer Taten brüsten. Aber es verlangt nach Erklärung.

Dabei geht Theweleit bis zu den Freikorps zurück, um diesen Männerwahn zu beschreiben, und man könnte auch noch weiter zurückgehen. Auch Breivik bezog sich in seinem wirren Manifest auf die Tempelritter. Denn gemeinsam ist den Tätern der Bezug auf eine höher geordnete Gemeinschaft, die ihre Taten legitimiert. Diskutiert wurde am Ende des Abends auch, in welcher Hinsicht die Männer hier Rache an allen Menschen, besonders den Frauen, nehmen. Theweleit fand das starke Bild vom "leeren Platz", leer, weil die Menschen von den Tätern "niedergemäht" würden. Harsche Worte für eine harsche Welt.

(hag)
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