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Düsseldorf
Konrad Beikircher singt von "Amore"

Düsseldorf. Der Kabarettist und Musiker erzählte im "Kommödchen" von seinen Jugendjahren in Südtirol - und spielte passende Musik. Von Regina Goldlücke

Erst huschen die drei Musiker herein, dann stürmt er selber auf die Bühne. Er breitet die Arme aus, schwingt die Hüften - und los geht´s. Das auf Anhieb hingerissene Publikum im "Kom(m)ödchen" wird von Konrad Beikircher in eine italienische Nacht voller Schmelz entführt. Gleich im ersten Lied singt er von "baci" und "amore", und sofort ist es spürbar, das lässige mediterrane Lebensgefühl.

Der Kabarettist und Musiker hat für "Una Notte Italiana" tief in seinen Jugenderinnerungen gegraben. Weil er so gerne und so lustvoll erzählt, erfährt das Publikum viel von seinen Jugendlieben im Tiroler Pustertal. Die erste hatte er mit vier Jahren im Kindergarten. Er besaß einen Roller aus Wurzelholz, was die kleine Ruth für ihn einnahm. Mit den Pubertätspickeln schwand sein Selbstbewusstsein. Aber nur ganz kurz. Denn er konnte ja wunderbar singen, zog mit der Gitarre durch die Kneipen und machte forsch auf Adriano Celentano. Diese Passion lebt er bis heute aus. Die meisten Lieder seines Programms hat er von seinem Idol übernommen. So ganz kommt Konrad Beikircher zwar nicht an dessen unvergleichliche Reibeisenstimme ran, macht dies aber durch Charme und Inbrunst locker wett. Seinen drei fabelhaften Musikern, die ihn in gleicher Formation seit Jahrzehnten begleiten, räumt er dabei bereitwillig einige Nischen ein.

Der gebürtige Südtiroler stapelt nicht hoch. Es seien Schlager, keine Chansons, die er für dieses Konzert gesammelt habe, lässt er wissen. Aber zu jedem fällt ihm ein nettes Anekdötchen ein. Schön auch, dass er vor den ausschließlich in italienischer Sprache gesungenen Titeln deren Inhalt kurz zusammenfasst. Und gefühlig ist das alles, so herrlich gefühlig. Seliges Seufzen beim reiferen Publikum, wenn er die 50er-Jahre-Italien-Ferien der deutschen Heidis und Elkes aufleben lässt. Denn immer lag da am Strand auch ein bronzebrauner schmachtender Papagallo, einer mit Goldkettchen, langen Wimpern und intensivem Blick.

Viele Lieder, die Beikircher anstimmt, sind Gassenhauer: hemmungslos schmalzige wie ""l´ora dell´amore", zu dem die Mandoline jault und sich im Saal das silberne Disko-Kügelchen dreht; schwungvolle wie "Azzurro", die alternative Nationalhymne Italiens. Oft möchte man mittanzen, wenn er die Cha-Cha-Glocke schlägt oder sich in einen Tango schmeißt. Mit dem gekonnt geröhrten "Una festa sui prati" schickt Konrad Beikircher seine wohlig gesättigten Zuschauer nach Hause. Im Foyer hört man es noch lange summen.

INFO Eine weitere musikalische Dosis verabreicht der 70-jährige Konrad Beikircher bei "Rockin´my life away" am 10. September im Savoy-Theater. Dann erzählt Beikircher sein "Leben in Musik". Tickets gibt es im internet: www.westticket.de

Quelle: RP
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