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Düsseldorf
Künstler lädt Museumsbesucher zum Essen ein

Düsseldorf. Schinken, Honig und Ziegenkäse liegen auf dem Tisch in der Pardo Bar im K21. Und dann kommt noch Brot dazu. Für Arpad Dobriban aber ist es nicht die perfekte Beilage - es passt nicht in sein Konzept. Der Künstler legt den Fokus auf die Herkunft und Herstellung des Essens. "Transformation in Essbares" nennt er das und erzählt, dass das Schwein im Winter geschlachtet wurde, um daraus Schinken zu machen. Dass man schmecken könne, in welchem Monat der Honig gewonnen und mit welcher Ziegenmilch der Käse produziert wurde. Allein das Brot bleibt ohne Geschichte. Von Jessica Balleer

"Wartesystem 7" heißt das Projekt, das am Sonntag in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen beginnt. Der Titel leitet sich aus der künstlerischen Idee ab: Mal wartet das Essen auf den Menschen, mal der Mensch auf das Essen. Besuchern zeigt Arpad Dobriban im täglichen Museumsbetrieb eine kleine Auswahl einfacher Gerichte. Mit Sorgfalt will er "auf das Eigenleben der Nahrung eingehen". Die Aufmerksamkeit liege auf der gesellschaftlichen Entscheidung des Kochens. Diese Philosophie hat der Künstler in den vergangenen 15 Jahren weitergeführt - angefangen hatte alles in Frankfurt, als Dobriban Gaststudent bei Peter Kubelka war, der als Pionier der Idee gilt, dass Kochen eine Kunst ist.

Arpad Dobriban will im K21 geistige Beschäftigung und physisches Erfahren miteinander verbinden. Anders als beim bloßen Anschauen von Kunst, dient ihm ein weiterer Sinn dazu, sie erfahrbar zu machen: der Geschmack.

Für Dobriban ist die ehemalige Pardo Bar im K21 der richtige Ort, um Kunst mit dem Nützlichen zu verbinden. Viermal lädt er zur "Kommentierten Speisefolge" ein. "Available Food" (24. September), "Das lange und das kurze Warten in der Küche" (12. November), "Wachstum und Mitgefühl" (10. Dezember) und "Innige Verbindung und tiefe Verbundenheit" (14. Januar 2017) heißen die Abende, an denen der Geschmack die Geschichte der Lebensmittel verrät.

Info Anmeldung für die Sonderveranstaltungen - telefonisch: 0211 8381204 oder per E-Mail: service@kunstsammlung.de Teilnahmegebühr: 30 Euro pro Person.

Quelle: RP
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