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Düsseldorf
Künstlerin Eva Pankok ist im Alter von 90 Jahren gestorben

Düsseldorf. Vor einem guten halben Jahr stand sie im Mittelpunkt eines großen Festes mit zahlreichen Gästen. Familie, Freunde und Weggefährten füllten das Haus Esselt in der Drevenacker Issel-Idylle, um Eva Pankok zum 90. zu gratulieren. Von Fritz Schubert

Nun schlägt ihr Herz nicht mehr. Eva Pankok starb in dieser Woche in einem Weseler Krankenhaus. Die Nachricht von ihrem Tod verbreitete sich schneller, als die Otto-Pankok-Stiftung eine Mitteilung herausgeben konnte. Nicht nur Kunstfreunden war Eva Pankok als Leiterin des Otto-Pankok-Museums bekannt. Sie hat sich höchst intensiv um das Gesamterbe ihrer Eltern gekümmert. Das bestand neben den berühmten Werken ihres Vaters Otto Pankok auch in der Haltung, die dieser und seine Frau Hulda ihrer Tochter mit auf den Weg gegeben hatten: Menschenfreundlichkeit. Das Otto-Pankok-Museum wird künftig von der Otto-Pankok-Stiftung verwaltet und erhalten. Angehörige und Vorstand sprechen von einem "unersetzlichen Verlust" und sagen über Eva: "Ihr unerschütterlicher Humanismus, ihre Menschenliebe und engagierte Vermittlung von Werk und Gesinnung ihrer Eltern werden Leitbild für die Fortführung der Arbeit der Stiftung sein." Der Stiftungsvorstand wird nun um Moritz Pankok und Tilmann Droste erweitert.

Die Nachfolgeregelung, so Neffe Droste im RP-Gespräch, habe Eva so verfügt. Klar sei auch, dass die künstlerische Leiterin, Annette Burger, "eine Säule bleibt". Eva Pankok, selbst Malerin, stammt aus einer Künstler- und Journalisten-Familie. Ihr Vater Otto (1893-1966), geboren in Saarn, war Expressionist, der unter den Nationalsozialisten Berufsverbot erhalten hatte. Im Gegensatz zu seiner äußerst farbenfroh arbeitenden Tochter bildeten Tausende Kohlezeichnungen sein Hauptwerk. Evas Mutter Hulda, geborene Droste, war Journalistin und Verlegerin, die sich unter anderem für Rechte der Frauen einsetzte. 1937, ein Jahr nach Otto, erhielt auch sie Berufsverbot. Beziehungen und Freundschaften ihrer Eltern pflegte Eva weiter. Zum Beispiel zu Sinti, denen Otto Pankok einen Teil seiner Werke gewidmet hatte. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Unterstützung von Juden. Wie die RP mehrfach berichtete, hatte die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem 2014 Otto und Hulda Pankok posthum mit dem Titel "Gerechte unter den Völkern" geehrt, der höchsten Auszeichnung des Staates Israel für Nicht-Juden. Eva Pankok hatte diese Ehrung für ihre Eltern entgegengenommen.

Quelle: RP
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