| 19.16 Uhr

Rundgang durch die Kunstakademie
Kunst formt Gefühlsbilder

Jährlicher "Rundgang" der Kunstakademie Düsseldorf
Jährlicher "Rundgang" der Kunstakademie Düsseldorf FOTO: dpa, rwe pzi
Düsseldorf. Was Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie jährlich schaffen, interessiert Tausende Besucher, Galeristen und Sammler. Arbeiten, die beim jährlichen Rundgang durch die Akademie gezeigt werden, bewegen sich zwischen Klassik und Zeitkritik.

 32 aus Beton gespachtelte Buchstaben irritieren: Sie bilden die Aussage "Auf der Fußmatte liegen Stahlstangen". In der gewaltigen Wandinstallation setzt sich Lea-Marie Lepper mit dem Gefühlsbild auseinander, das entsteht, wenn man erst willkommen ist und dann abgewiesen wird. Die 20-Jährige thematisiert mit ihrer Arbeit die Flüchtlingskrise. Lepper studiert im dritten Semester in der Bildhauerklasse von Franka Hörnschemeyer an der Kunstakademie Düsseldorf. Sie zeigt ihre Arbeit beim jährlichen Akademie-Rundgang, der am Mittwoch beginnt.

Der Rundgang ist eine vielfältige Werkschau aus Semester- und Abschlussarbeiten von Studenten sämtlicher Klassen. Viele haben bei namhaften Künstlern wie Katharina Grosse, Katharina Fritsch oder Tony Cragg studiert und versucht, den Einfluss der ganze Großen in eine eigene Kunstsprache zu verwandeln. Galeristen, Sammler und Kunstliebhaber nutzen die Ausstellung in den Atelierräumen der Akademie auch, um neue Talente aufzuspüren.

Die Wuppertalerin Jacqueline Hess hat kurz vor dem öffentlichen Rundgang ihren Akademiebrief erworben und zeigt nun ihre Prüfungsarbeit: ausdrucksstarke Ölbilder, deren zentrale Elemente weibliche Rückenfiguren, Katzen und Fensterblicke sind. Motive mit langer Tradition. Die 35-Jährige hat bei Eberhard Havekost studiert.
Ihr Stil ist plastisch, scharf abgegrenzt und im Ursprung sehr real:
Hess schaut beim Malen aus ihrem Atelier auf die Nachbarhäuser, erzählt sie.

An einer anderen Stelle in der Kunstschule dröhnt über den Köpfen der Besucher ein tiefes Klanggemisch durch die Flure. Hoch oben baumelt eine E-Gitarre. Eine kurze, schnelle Schienenfahrt bringt ihre Saiten zum Schwingen und ein Miniverstärker trägt das Tongemisch durch die Hallen. Der österreichische Künstler Paul Hempt nennt seine Installation: Fludium.

Der Rundgang dauert noch bis Sonntag. Im vorigen Jahr kamen etwa 45 000 Besucher.

 

(dpa)
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