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Düsseldorf
Limp Bizkit verwalten ihr musikalisches Erbe

Düsseldorf. Mit einem gefeierten Konzert untermauern Limp Bizkit vor 7500 Fans in der ausverkauften Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle einmal mehr ihren Status als Ikonen des "Nu Metal". Dabei zeugte das Konzert weniger von aktueller musikalischer Aufbruchstimmung, als dass es vielmehr eine Show präsentierte, die auf eine wohl kalkulierte Legendenbildung zielte. Von Bernd Schuknecht

Schließlich hat die 1994 formierte Band aus Florida seit ihrem Album "Gold Cobra" von 2010 nichts mehr von sich hören lassen, von bandinternen Streitigkeiten und dem eigenartigen Machwerk "The Lowdown" abgesehen. Ein bereits für 2013 angekündigtes Album ist bis heute nicht erschienen.

Dennoch ist die Stimmung in der Halle gut. Bei der Band scheint es mittlerweile ebenso. Zu Beginn fegt mit ",Rollin' (Air Raid Vehicle)" der erste Crossover-Sturm durch die Halle. "Movin'! Movin'!", befiehlt Frontmann und Sänger Fred Durst mit Angler-Hütchen auf dem Kopf, was die Fans sich nicht zweimal sagen lassen.

Es kommt Bewegung in den Konzertabend: Arme gehen hoch, es wird gesprungen, was die Platzverhältnisse hergeben. Bei "Break Stuff" zelebriert der 45-jährige Frontmann Durst die hohe Kunst, fließenden Rap-Gesang mit den krachenden Gitarrensounds von Wes Borland zu einer homogenen Einheit zu verschmelzen. Die Kunst, diesen erdbebengleichen Sound zu erzeugen, hat einst den Ruf von Limp Bizkit in der Szene begründet.

Sie beherrschen das immer noch. Die Mixtur aus Metal, Hardcore und Hip-Hop funktioniert nach wie vor, aber vorrangig als Partymusik für eine Fangemeinde, die nochmals ihre pubertären Sturm-und-Drang-Jahre nostalgisch aufbereiten möchte.

Letztlich offenbart die Songauswahl des Abends eine doch enttäuschende musikalische Rückwärtsgewandtheit ohne wirkliche Überrraschungen. Die meisten Titel, darunter auch "Hot Dog", "My Generation", "My Way" oder der Limp-Bizkit-Klassiker "Nookie", sind eine Mischung aus den Alben ,,Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavoured Water" von 2000 und ,,Greatest Hitz" von 2005. Hinzu kommt ein Cover wie "Faith" von George Michael, längst auch ein Klassiker im Limp-Bizkit-Repertoire. Insgesamt klingt die Crossover-Band weniger "cross" als vielmehr ziemlich "over".

Wie der begeisterte Jubel zum Schluss des Konzerts jedoch deutlich macht, scheinen die Erwartungen des Publikums dennoch erfüllt worden zu sein.

Quelle: RP
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