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Düsseldorf
Literaturbüro im neuen Domizil

Düsseldorf. Die Räume des Hauptmann-Hauses bieten weitere Programm-Möglichkeiten. Von Claus Clemens

Das Literaturbüro NRW ist umgezogen. Von der Altstadt zur Bismarckstraße nähe Hauptbahnhof. Die alte Adresse im Rahmenmuseum der Firma Conzen bedeutete Nachbarschaft mit Kulturinstituten und überhaupt viel Kultur. Die neue Adresse in einem der oberen Stockwerke des Gerhart-Hauptmann-Hauses eröffnet den Blick auf die Vielfalt der Migration. Nach dem Stress des Tapetenwechsels findet Michael Serrer - Leiter des Literaturbüros - wieder zurück zu intellektueller Routine. Und es gibt neue Möglichkeiten für das ambitionierte Programm: Der Saal an der Bilkerstraße war bei Lesungen schnell überfüllt; im Hauptmann-Haus kann man Räume für bis zu mehrere hundert Personen anmieten.

Mit Winfried Halder, dem Leiter des Hauptmann-Hauses, ist Michael Serrer befreundet. Vor Jahren haben die beiden gemeinsam ein Buch veröffentlicht mit dem Titel "Der weite Weg gen Westen", in dem es um Flucht und Vertreibung von Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg geht. In der aktuellen Flüchtlingskrise besinnt sich das frühere "Haus des deutschen Ostens" auf seine Verantwortung. Man gewährt einem Syrer ganz selbstverständlich Gastfreundschaft.

Stolz ist Michael Serrer auf die Tatsache, dass der Umzug das Programm des Literaturbüros nicht beeinträchtigt hat. Das Heftchen mit dem Logo des Hauses, einer Schreibfeder mit dem Düsseldorfer Fernsehturm als Tintenkanal, kündigt Projekte und Lesungen an. Zur Zeit bereitet man den "4. Literarischen Salon NRW" vor, bei dem das Literaturbüro auf der Leipziger Buchmesse unterschiedliche Aspekte des literarischen Lebens im bevölkerungsstärksten Bundesland vorstellen wird. Teilnehmen werden aus NRW die Autoren Frank Goosen, Judith Kuckart und Alida Bremer, deutsch-kroatische Autorin und Jurymitglied des Buchpreises 2016. Die bei Literaturfreunden begehrte Reihe "Europa erlesen" wird ebenso fortgesetzt. In der Staatskanzlei im Stadttor liest im März der niederländische Journalist Alfred van Cleef.

Und natürlich ist eine Einweihungsfeier mit prominenten Gästen am 26. Februar geplant, darunter ab 18 Uhr Ulla Hahn, die davon erzählen wird, wie sie in ihrem Elternhaus in Monheim Schreibförderung für Kinder und Jugendliche betreibt. "Der neue Ort des Literaturbüros ist keine topografische Verschlechterung, sondern eine spannende Veränderung hin zu einer Gesellschaft der Migration. Darauf müssen kulturelle Einrichtungen reagieren", sagt Michael Serrer.

Quelle: RP
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